Startchance auf dem Arbeitsmarkt / Zwei Syrer nehmen an Projekt teil

Film über Frauen im Camp

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Mohammad Makkieh und Antje Diller-Wolff im Interview mit der 24-jährigen Jella.

Bad Fallingbostel - Für zwei syrische Flüchtlinge, die in Walsrode leben, ist es eine Chance, ihre in der Heimat erlernten Fähigkeiten der deutschen Film- und Fernseh-Branche zu präsentieren. Für die Journalistin und Unternehmerin Antje Diller-Wollf vom Internetportal unternehmerinnen.tv ist es die Möglichkeit, ein in Deutschland wohl einzigartiges Filmprojekt zu verwirklichen. In einem etwa 30-minütigen Film für das Internetportal soll das Leben von Flüchtlingsfrauen im Camp Fallingbostel-West durch Interviews dokumentiert werden.

Nun ließen sich die Akteure bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Im Café International des von den Johannitern geführten Camps West sitzt die 24-jährige Syrerin Jella, modern gekleidet und nicht verschleiert. Sie lässt sich im Beisein der Journalistin Diller-Wolff von einem Mann interviewen. Ohne Scheu vor der Kamera gibt sie Auskunft, erzählt über ihre Flucht vor gut drei Jahren aus den syrischen Bürgerkriegswirren – zunächst mit ihrer Familie nach Marokko und erst kürzlich über Spanien nach Deutschland. Jella fand in Marokko, der Heimat ihres Vaters, keine Zukunftsperspektive. Deshalb ist sie mit ihrer Mutter und ihrer 15-jährigen Schwester nach Deutschland gekommen. Sie möchte ihr abgebrochenes Architekturstudium zu Ende bringen und sich ein neues Leben aufbauen. Sie glaubt an eine Zukunft in Deutschland.

Jella ist die siebte Interviewpartnerin des Filmteams um den 29 Jahre alten Regisseur, Cutter und Kameramann Mohammad Makkieh und seinen 33 Jahre alten Cousin, den Kameraassistenten und Lichttechniker Hussein Alhamad. Unterstützt werden sie von Talal El-doukhi, Sprachmittler bei den Johannitern.

Pressesprecherin Doris Lawrenz begleitete die Suche nach Gesprächspartnerinnen. Sie berichtet, dass manche Frauen zuvor mit ihren Männern über das Ansinnen gesprochen hätten. In aller Regel sei es kein Problem gewesen, Frauen zu finden, die sich über ihr Schicksal äußern wollten.

Diller-Wolff, die sich positiv zu der Zusammenarbeit mit den syrischen „filmbesessenen“, engagierten Männern äußerte, sagte, dass dies eines der Ziele des Filmprojektes sei: zu zeigen, dass die syrischen Frauen es schnell zu schätzen wüssten, dass sie sich hier frei äußern und ihre Rechte wahrnehmen könnten.

Angestoßen wurde das Filmprojekt durch die VHS Heidekreis mit Kirsten Rickert, die einen Ableger des bundesweiten Förderprojektes „PerF – Perspektive für Flüchtlinge“ begleitet. Es geht darum, die beruflichen Neigungen und Fähigkeiten von zugewiesenen Flüchtlingen herauszufinden, um der Arbeitsagentur Empfehlungen für eine berufliche Eingliederung zu geben.

Für die syrischen Filmemacher ist es auf jeden Fall eine Chance, mit dem Film ihre Qualifikation zu zeigen.

hf

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