Prozess am Landgericht Verden

Betrugsverfahren gegen 41-Jährige

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Mediengruppe Kreiszeitung

Fallingbostel/Verden - Zur vierten Runde in einem Betrugsverfahren kam es am Landgericht Verden. Eine 41 Jahre alte Angeklagte aus Bad Fallingbostel soll über das Internet einen Receiver für 80 Euro plus fünf Euro Versandkosten verkauft, das Gerät aber nie geliefert haben. Das Amtsgericht Walsrode, das Landgericht Verden und das Oberlandesgericht Celle haben sich mit dem Fall bereits befasst.

Das Amtsgericht Walsrode hatte die 41-Jährige im Juli 2014 wegen Betrugs zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Ohne Bewährung, da sie zum Tatzeitpunkt bereits unter laufender Bewährung stand. Außerdem listete ihr Bundeszentralregisterauszug zwölf Vorstrafen. Die allein erziehende Mutter legte Berufung ein. Diese wurde jedoch im Februar 2015 von der 5. Kleinen Strafkammer verworfen. Es blieb bei der Freiheitsstrafe.

Vorwurf: Bestelltes

Gerät nie verschickt

Erfolg hatte die 41-Jährige beim Oberlandesgericht mit einem weiteren Rechtsmittel. Dort wurde das Urteil wegen einer fehlerhaften Beweiswürdigung aufgehoben und an eine andere Kammer des Landgerichts Verden zurückverwiesen. Deshalb hatte die 6. Kleine Strafkammer des Landgerichts den Fall neu zu verhandeln.

Der Vorwurf: Die Angeklagte soll im November 2013 über das Kleinanzeigenportal eines bekannten Internetauktionshauses einen Receiver verkauft, das Geld kassiert, aber das Gerät nie verschickt haben. Käufer war ein Schüler aus Aurich, der dann Strafanzeige erstattet hatte. Die Angeklagte behauptet, dass sie den Receiver verschickt habe, dieser sei jedoch als unzustellbar zurückgekommen. Sie räumte ein, dass es keinen erneuten Versand gegeben habe. Dieser sei unterblieben, weil sie damals sehr viel über das Internet verkauft habe.

Für ihre Behauptung, dass sie nicht in Betrugsabsicht gehandelt habe, spricht, dass das Gerät „zur Abholung“ im Internet eingestellt worden war. Der Käufer hatte um den Versand gebeten. Jedoch war die Frau im Internet unter einem anderen Namen aufgetreten, was der Vorsitzende Richter Jürgen Seiffert gestern nicht so ungewöhnlich für ein Internetgeschäft fand. Die alleinerziehende Mutter hatte eine Rücküberweisung der kassierten 85 Euro erst nach der Strafanzeige und einer Vorladung zur Polizei vorgenommen.

Weil der Zeuge aus Aurich zu der Sitzung am Montag nicht kommen konnte, wäre ein zweiter Verhandlungstag erforderlich geworden. Mit Blick auf einen Prozess am Amtsgericht Walsrode gegen die Frau wurde das Verfahren wegen des Receivers vorläufig eingestellt. Kommt es in Walsrode zu einer Verurteilung, würde die Strafe aus dem Verdener Prozess nicht besonders ins Gewicht fallen. Sollte die Frau in Walsrode freigesprochen werden, wird das Verdener Verfahren wieder aufgenommen.

In Walsrode wird sich die 41-Jährige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und drei Betrugsvorwürfen verantworten müssen. Es geht laut einem Gerichtssprecher um eine Internetbestellung aus dem Jahr 2012, welche die 41-Jährige nicht bezahlt haben soll. In den anderen beiden Fällen soll sie Anfang 2014 technische Geräte im Internet verkauft haben, von denen eines defekt gewesen sein soll. Das andere soll sie dem Kunden nicht geliefert haben.

wb

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