Polizeichef Stefan Sengel spricht vor Kreistag

Mehr Einbrüche und Unfalltote

Bad Fallingbostel - Zu den Themen Kriminalität, Verkehrsunfallgeschehen und Flüchtlingssituation äußerte sich Stefan Sengel, Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis, auf der jüngsten Kreistagssitzung.

Bislang habe es im laufenden Jahr etwa 11000 Straftaten und 5000 Unfälle gegeben. Auffällig sei die Tatsache, dass es eine steigende Zahl an Tageswohnungseinbrüchen gebe. Die Ursache sei nicht ganz klar. Gerade erst seien vier Täter gefasst worden. Bei zweien habe es sich um Heranwachsende aus Bremen gehandelt, die anderen beiden seien Erwachsene aus Hamburg gewesen. „Die gute Infrastruktur im Heidekreis ist Segen und Fluch zugleich“, betonte Sengel. Er erzählte, dass es eine hohe Versuchsrate gebe. Viele Täter blieben erfolglos. „Das liegt sicher auch an Präventionsmaßnahmen.“ Sengel appellierte, verdächtige Beobachtungen zu melden. „Es kostet nichts, wenn sich mal einer irrt.“

Leider sei die Zahl der Verkehrsunfalltoten gestiegen. 20 habe es bereits gegeben. Ein Muster sei nicht erkennbar. Weder handele es sich um bestimmte Strecken noch sich wiederholende Vorfälle.

Auch auf das Thema Flüchtlinge ging der Polizeidirektor ein. Er nannte Daten. Im Camp lebten zwischen 4500 und 5500 Menschen. Im November habe es im Heidekreis 50 bis 60 Delikte von Flüchtlingen gegeben, 30 davon in Bad Fallingbostel. Von den 30 in der Kreisstadt habe es sich in vier Fällen um einen Verstoß gegen das Ausländerrecht gehandelt, sieben hätten sich im Camp ereignet.

In Bad Fallingbostel habe es im November neun Fälle von Ladendiebstahl gegeben, sonst seien es monatlich etwa fünf. „Menschen erliegen auch mal der Versuchung“, sagte Sengel. Auch eine möglicherweise recht hohe Dunkelziffer räumte er ein. Was er nicht bestätigen könne, sei das Gerücht, dass es vermehrt zu Sexualdelikten komme. „Ich höre viele Geschichten. Der Grat zwischen Stigmatisierung und Sensibilisierung ist sehr dünn.“ Von Serienvergewaltigungen wisse er nichts.

Alles in allem hätten sie ein relativ normales Leben, berichtete Sengel. Er sagte, dass regelmäßig Streifenwagen ins Camp führen, weil es Ärger und Reibereien gebe. Aber bei 26 Nationen auf engem Raum sei eine gewisse aufgeheizte Stimmung nicht verwunderlich. Und wo nötig, würden Streifen verstärkt. „Tragen Sie zur Wahrheitsfindung bei“, forderte er auf. Er wolle nicht ausschließen, dass es Dinge gebe, die sie nicht wüssten.

Eine Polizeistation im Camp gebe es nicht, sagte Sengel. Sie seien nicht dort eingezogen. Es existiere ein Areal, wo sie Menschen verhören und die dortigen Dolmetscher einsetzen könnten. Von zuletzt 20 Polizisten vor Ort seien die meisten zur Unterstützung der Landesaufnahmebehörde dort gewesen.

sal

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Droht Venezuela eine Diktatur?

Droht Venezuela eine Diktatur?

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Beängstigender Hagel-Sturm: In Istanbul ging fast nichts mehr 

Beängstigender Hagel-Sturm: In Istanbul ging fast nichts mehr 

Meistgelesene Artikel

„Schmackhaft und gut für den Magen“

„Schmackhaft und gut für den Magen“

KFB Süd hilft in Hildesheim

KFB Süd hilft in Hildesheim

Zugefügtes Leid mit einem Urteil deutlich machen

Zugefügtes Leid mit einem Urteil deutlich machen

Ideengeberin und Aufklärerin

Ideengeberin und Aufklärerin

Kommentare