Heidekreis-Initiative zur Versorgungsabfrage

Perspektiven nach der Schulentlassung

Heidekreis - In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Jugendliche im Heidekreis Anrufe erhalten, in denen sie gefragt wurden, was sie nach der Schulentlassung im Sommer machen. Hierbei handelt es sich um eine neue Initiative des Heidekreises im Rahmen des Programms „Jugend stärken im Quartier“. Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Schüler, die die allgemeinbildende Schule verlassen, den Übergang in eine Ausbildung oder an eine weiterführende Schule schaffen. Außerdem wird so die Schulpflichterfüllung sichergestellt, heißt es in der Pressemitteilung.

„Den Prozess haben wir mit den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen abgestimmt. Wichtig war hierbei eine einfache Handhabung. Wir sind jetzt im zweiten Durchgang und werden das System weiterhin optimieren“, so Koordinatorin Martina Tödtmann, die beim Heidekreis für die Einführung und Durchführung des Verfahrens verantwortlich ist. Die telefonische Abfrage führt ihr Kollege Vincent Stade durch, der über 1 000 Haushalte kontaktiert.

Die Jugendlichen, die sich nicht an den Berufsbildenden Schulen in Soltau oder Walsrode angemeldet haben und deshalb als „unversorgt“ gelten, besuchen häufig Schulen außerhalb des Landkreises oder machen ein Freiwilliges Soziales Jahr, so ein vorläufiges Ergebnis. Allerdings telefoniert Stade auch mit Eltern und Jugendlichen, die Unterstützung brauchen.

Die Rückmeldungen umfassen ein breites Spektrum: Vielleicht läuft es nicht gut in der Ausbildung und es wird eine Unterstützung gewünscht. Oder der Jugendliche möchte sich erst einmal eine Auszeit nehmen, obwohl er noch schulpflichtig ist. In solchen Fällen berät das Team von „Jugend stärken“ die Familien und stellt den Kontakt zu den Berufsbildenden Schulen oder Hilfseinrichtungen her. Außerdem bietet das Programm Plätze für unversorgte Jugendliche an, die so intensiv begleitet und beraten werden.

Sensibler Umgang mit den Daten

„Wir treffen auf Eltern, die froh sind, dass man sich für ihre Kinder interessiert. Deswegen geben sie auch bereitwillig Auskunft. Wir gehen mit den Daten sehr sensibel um und halten uns an alle datenschutzrechtlichen Vorgaben“, erklärt Tödtmann.

Die Abfrage soll fester Bestandteil der Angebote von „Jugend stärken“ werden und ist auch für das kommende Schuljahr geplant.

Noch etwa 70 Schüler müssen aktuell überprüft werden. Wer selber die Initiative ergreifen möchte, kann sich gerne bei Stade, Telefon 05191/9739944, melden. Das Projekt wird vom Bundesjugendministerium, dem Bundesumweltministerium und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Rubriklistenbild: © imago

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