FFH-Gebiet im Aller-Leine-Tal

Kreisverband Grüne/Bündnis 90: „Naturschutz bringt Vorteile“

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Hans-Peter Ludewig und Ellen Gause.

Schwarmstedt - Die Kiebitzwege in Schwarmstedt, Verden und Soltau sind nach einem Vogel benannt, der vom Aussterben bedroht ist. Das gleiche Schicksal droht Nachtigall, Weiß- und Schwarzstorch, Specht und Stockente. 56 Tier- und 36 Pflanzenarten im Aller-Leine-Tal (ALT) sind betroffen. Für sie läuft die Zeit.

Aber auch die Politiker geraten in Zeitnot. 1992 begonnen, sollten die FFH-Gebiete, auch als Natura 2000 bekannt, seit Jahren in örtliches Recht umgesetzt sein. Der Heidekreis ist damit beschäftigt, das FFH-Gebiet Nr. 90 „Aller-Leine-Tal“ festzulegen.

Der Kreisverband Grüne/Bündnis 90 hatte zum Pressegespräch eingeladen, um die Dringlichkeit einer schnellen Lösung darzulegen. Nach Auffassung des Kreistagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Ludewig könnte wegen der guten Vorarbeit des Landkreises alles zügig durchgezogen werden. 

Die räumliche Aufteilung sei in den Arbeitskreisen des Kreistages besprochen worden, sagte Ludewig. Der Heidekreis hat in seiner Vorlage für das ALT hauptsächlich Naturschutzgebiete und nur wenige Landschaftsschutzgebiete vorgeschlagen. Manche Partei sähe das lieber umgekehrt, was die intensive Landwirtschaft begünstige.

Differenzen zwischen den Parteien

Grau dargestellt sind die schutzwürdigen Bereiche, rot umrandet die Bereiche, die unter Schutz gestellt werden sollen.

Differenzen gebe es zwischen den Parteien im Heidekreis, wie man den Schutzzweck erreichen könne. Ellen Gause: „Es darf nicht dazu kommen, dass intensive Landwirtschaft und das Interesse einiger weniger durchgesetzt werden und die Biobauern dafür über die Klinge springen.“

Für die Erlasse der Heidekreis-Naturschutzverordnungen, habe das zwei Vorteile, erläuterte Ludewig: „Die Gebiete müssten für den Schutzzweck verbessert werden.“ Dies erlaube einen Erschwernisausgleich an die Landwirtschaft von 300 Euro jährlich pro Hektar. Damit könne ein Naturschutzgebiet beackert werden, der mögliche Einkommensverlust im Vergleich zu intensiver Landwirtschaft werde finanziell ausgeglichen. 

Gause stellte klar: „Wir machen Umweltpolitik nicht, um die Leute zu ärgern, sondern um unser aller Lebensraum zu schützen.“ Weise man die Gebiete „nur“ als Landschaftsschutzgebiet aus, sei das schlechter, so Ludewig. Es müsste keine Verbesserung für die Gebiete festgelegt werden, es gäbe keine Ausgleichszahlungen. Biobauern würden in der Existenz bedroht, fürchtete er. Außerdem müsse jede Ausnahme extra aufgelistet werden.

Schutzzweck müsse erreicht werden

Die dritte Variante, Vertragsregelungen mit Grundstückseigentümern zur Verbesserung des Gebietes, sei nicht sinnvoll, sagte Ludewig. „Jeder kann einen Vertrag kündigen.“ Gleich, welche Variante gewählt werde, der gesetzliche europäische Schutzzweck müsse erreicht werden.

Ein weiteres Problem sieht der Politiker in der Länge des ALT. „Der Landkreis Verden muss seine FFH-Gebiete ebenfalls regeln. Wenn die Abweichungen zwischen Verden und Heidekreis zu groß sind, wird die EU das bemängeln.“

Ludewig favorisiert für den Heidekreis die Einsetzung von Naturschutzgebieten mit der dazugehörigen Verordnung in der Größe von 4 190 Hektar und 1 990 Hektar Landschaftsschutzgebiete, in denen es spezielle Ausnahmeregelungen geben kann. Diesen Antrag habe er gestellt. Dank der Vorarbeit der Behörden und der Arbeitskreise, könnten Biotope als Cluster zusammengefasst und der Schutzzweck optimal erreicht werden.

cc

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