Klage eingereicht / „Wenn sich ein Tier in die Weite von Rethem Moor verirrt“

Nabu Heidekreis gegen Wolfstötung auf Antrag

Mit einer Normenkontrollklage geht der Nabu Heidekreis gegen die niedersächsische Wolfsverordnung vor.

Die niedersächsische Wolfspolitik sei auf den Abschuss ausgelegt, kritisiert der Nabu Heidekreis in einer Pressemitteilung.

Heidekreis – „Wir sind sehr froh, dass unser Verband gerichtliche Schritte gegen die fachlich und rechtlich völlig unzureichende Wolfsverordnung eingeleitet hat“, kommentiert Klaus Todtenhausen, Vorsitzender des Nabu Heidekreis, in einer Pressemitteilung und weist darauf hin, dass die Verordnung nach Ansicht der Verbände in mehrfacher Hinsicht gegen EU-Recht verstößt. So sollen Wölfe, die sich von Menschen genutzten Gebäuden nähern, auf Antrag getötet werden können. Wie absurd diese Regelung sei, werde deutlich, wenn man sich beispielsweise die Siedlungsstruktur von Dörfern wie Rethem Moor vergegenwärtige, in denen die Höfe weit auseinander lägen. „Dass Wölfe bei ihren nächtlichen Streifzügen durch das Revier gelegentlich in der Nähe eines Wohnhauses oder einer Feldscheune vorbei laufen, ist völlig normal und muss nach einem EuGH-Urteil von Juni 2020 toleriert werden“, erläutert Pressesprecherin Dr. Antje Oldenburg.

Kritik auch an den Anforderungen an die Herdenschutzmaßnahmen

Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt richte sich gegen die mangelhaften Anforderungen an Herdenschutzmaßnahmen an Deichen und in der Rinder- und Pferdehaltung. Während Schafe bei der Beweidung von Deichen gemäß Wolfsverordnung nicht geschützt werden müssen, sollen trotz fehlender wissenschaftlicher Belege selbst ausgewachsene Rinder und Pferde unabhängig von Größe, Alter, Gesundheitszustand und Rasse bereits dadurch geschützt sein, dass sie zu zweit auf der Weide stehen. Diese Regelungen kämen einer Absage an den Herdenschutz gleich und stünden in Gegensatz zu der Verpflichtung, die biologische Vielfalt inklusive des Wolfes zu schützen und vorbeugende Maßnahmen als zentraler Bestandteil einer möglichst konfliktfreien Koexistenz zu ergreifen.

Wolfspolitik helfe Nutztierbetrieben nicht

Weidetierhalter sollten nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch bei Instandhaltung der Schutzvorkehrungen und bei der Bewältigung des Zeitaufwandes angemessen unterstützt werden. „Die auf den Abschuss von Wölfen abzielende niedersächsische Wolfspolitik ist weder EU-rechtskonform, noch hilft sie den Nutztierbetrieben, da die Anzahl der Nutztierrisse eben nicht von der Größe der Wolfspopulation, sondern von der Qualität und Quantität der Herdenschutzmaßnahmen abhängt“, resümiert Todtenhausen. Außerdem könne der Erhaltungszustand nicht – wie in der Wolfsverordnung vorgesehen – auf Landesebene beurteilt werden, da die in Niedersachsen lebenden Wölfe zu der staatenübergreifenden kontinentalen und der atlantischen Population gehören.

Rubriklistenbild: © DPA

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