Letzte „4 Scots Highland Games“ in Oerbke / 100 Soldaten am Start

Knackige Waden und Kerle

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Neben der Kraft bestimmten Rhythmus und Taktik, wer den Sieg beim „Tug of War“ davontrug.

Oerbke - Von Bettina Diercks. Knackige Kerle mit strammen Waden gab es am Wochenende in der St.-Barbara-Kaserne in Oerbke zu sehen. Allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zum letzten Mal fanden auf dem Fußballplatz der Kaserne die „4 Scots Highland Games“ statt. Ausrichter der schottischen Hochlandspiele war das „4th Battalion The Royal Regiment of Scotland (The Highlanders)“ unter Beteiligung von „The Royal Scots Dragoon Guards“ und dem „3rd Regiment Royal Horse Artillery“ aus Bergen-Hohne.

Die Männer in ihren unterschiedlich gemusterten Röcken, den Kilts, die sie ihren Clans zuordnen, waren ein echter Hingucker.

Die Stimmung war ausgelassen, so dass kaum der Eindruck von ernsten Wettkämpfen erweckt wurde. „O doch, das täuscht. Hier geht es um die Ehre“, sagt Martina Hollmann, Pressesprecherin der Britischen Armee in Deutschland (Bielefeld). Neben dem ehrgeizigen sportliche Aspekt waren die Games allerdings auch Familienfeier.

Rund 100 britische Soldaten traten in den zum Teil recht speziellen Wettkämpfen an. Die beschränkten sich in Oerbke, im Gegensatz zu den historischen Sparten, auf die „Heavyweights“, also wirklich alles, was schwer ist. Nur die hochrangigeren Soldaten mussten sich im Wettlauf messen. Und der offenbarte nicht nur Sprint- und Durchhaltevermögen sondern bewies auch, dass sich nichts unter dem Schottenrock befand.

Zu den „Heavyweights“ gehörten in der St.-Barbara-Kaserne „Tossing The Caber“ (Baumstammwerfen, hier 40 Kilogramm schwer), „Putting the Stone“ (Steinstoßen), „Scottish Hammer“ (Hammerwerfen), „Weight for height“ (Gewichthochwurf) und „Sheaf Toss“ (Strohballenhochwurf). Alleine beim Zuschauen schoss es einem ins Kreuz.

Das Baumstammwerfen ist laut Überlieferung, wie das Heuballenstoßen, aus alltäglichen Arbeiten entstanden: Die im Wald gefällten Bäume wurden auf ein Floß geworfen, um sie abzutransportieren.

Viermal die Woche nimmt Staff Sergeant (Hauptfeldwebel) Dean Moss von „The Highlanders“ seine Leute hart ran und trainiert sie in Sachen Kraft. Kein Wunder also, dass das „Team A“ von den „4 Scots“ gewann und auch der Sieger der „Strong man competition“ aus den Reihen der Highlanders stammte.

Die „Highland Games“, die Malcolm Canmore (ältester Sohn des keltischen Königs Duncam I) im Jahr 1040 einsetzte, um die besten Männer für seine Armee zu rekrutieren, beinhalten normalerweise 45 verschiedene Sportarten in neun Disziplinen. Dazu gehören in der Historie auch Dudelsackspielen und typische schottische Tänze. Die fehlten in Oerbke.

Dafür gab es den traditionellen Wettbewerb „Tug of War“, Tauziehen. Oft waren es Rhythmus und Taktik, die das Siegerteam, jeweils acht Mann, hervorbrachte. Nur die Soldaten, die von den Fidschi-Inseln stammen, schienen sich lediglich ein, zwei-, dreimal zurückzulehnen und die Beine einfach nur in den Boden stemmen zu müssen, um die Oberhand zu behalten. Faszinierend.

Rings um den Fußballplatz waren viele Zelte mit den unterschiedlichsten Leckereien aufgebaut, darunter Gegrilltes à la Fidschi-Inseln. Eine echte Empfehlung. Die galt aber auch für das Teezelt. Hier gab es Torten und Scones in üppiger Vielfalt.

Der „Wives Club“ hatte zu den wohl letzten „4 Scots Highland Games“ „Tea toals“ (Geschirrhandtücher) in limitierte Auflage von 300 Stück drucken lassen, mit der Aufschrift „The Highlanders – Bad Fallingbostel – 2004-2015“. Der Erlös aus dem Verkauf und den der „Sweets“ ging an den Club, um zum Beispiel noch einmal einen Ausflug mit den Kindern organisieren zu können.

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