Aktion für die Daheimgebliebenen

Landwirte suchen Aufmerksamkeit

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Die Trecker aus dem Südkreis in Walsrode.

Heidekreis – Nicht nur in Hannover, Berlin, Bonn, Oldenburg und vielen anderen Orten waren gestern Traktoren unterwegs. Auch im Heidekreis machten Landwirte öffentlichkeitswirksam auf ihre Situation und Sorgen aufmerksam. Aus Walsrode und Soltau starteten Teilnehmer einer Sternfahrt nach Bad Fallingbostel. Treffpunkt war an der Heidmark-Halle. Hier gab es Gelegenheit zum Austausch und Heißgetränke.

Die Veranstaltung richte sich an alle, die es beruflich oder aus anderen Gründen schlecht hätten einrichten können, an diesem Tag nach Hannover zu fahren, erläuterte die Walsroderin Tanja Kühne. Sie hatte die Fahrt gemeinsam mit Andreas Ebel aus Wietzendorf organisiert. Etwa 140 Trecker wollten vom Heidekreis in Richtung Hannover aufbrechen, hatte Kühne am Tag zuvor geschrieben.

Hagen Gehrke aus Böhme zählte die vier von der Bewegung „Land schafft Verbindung – wir rufen zu Tisch“ genannten Punkte auf. Diese ließen ihn an der Sternfahrt teilnehmen. Er wolle seine Meinung kundtun und Informationszettel verteilen.

Einerseits gefährde das Agrarpaket bäuerliche Familienbetriebe, zählte Gehrke den ersten Punkt auf. Dazu komme die Verschärfung der Düngeverordnung. Es habe bereits Auflagen gegeben, so Gehrke. Zum Teil seien diese noch nicht umgesetzt worden, weil es Probleme mit der Genehmigung durch den Landkreis gegeben habe. „Aber es wird gefordert.“ Hinzu kämen steigende Baukosten. „Man fühlt sich vorgeführt. Wir werden verheizt.“

Die Landwirte aus dem Heidekreis, hier die Teilnehmer der Veranstaltung an der Heidmark-Halle, möchten auf ihre Probleme aufmerksam machen.

Es störe ihn, dass Landwirte zunehmend zu Buhmännern der Politik und vieler Nichtregierungs-Organisationen würden. „Keiner hat ein Interesse daran, mutwillig die Umwelt kaputt zu machen.“ Und wenn das Vieh nicht vernünftig gehalten werde, sei es nicht leistungsfähig. „Vieles wird anders dargestellt, als es ist.“ So müssten Landwirte bereits jetzt melden, wenn sie Gülle ausbrächten. „Die Behörden wissen genau, wieviel es ist.“ Als letzten Punkt nannte Gehrke das Handelsabkommen der EU mit Südamerikas Staatenbund Mercosur.

Tanja Kühne lobte die Teilnehmer: „Es hat alles wunderbar funktioniert. Aufmerksamkeit haben wir bekommen, wir haben Präsenz gezeigt. Die Leute reflektieren das.“ Ähnlich äußerte sich Mitorganisator Andreas Ebel. Er dankte zudem dem Heidekreis und der Polizei. Detlev Maske von der Polizeiinspektion Heidekreis lobte im Gegenzug die vorbildliche Veranstaltung. Ebel sagte, dass es in Soltau gelungen sei, den Verkehr zum Stocken zu bringen. Die Leute würden das in den sozialen Netzwerken posten. Bei ihnen allen handele es sich um Wähler. „Ich hoffe, dass wir uns nicht wieder treffen müssen, aber es kann sein, dass wir nochmal auf die Straße müssen.“ Er dankte allen für ihre Teilnahme.

Ebel kritisierte im Gespräch, dass die Nitrat-Messstellen nicht nachvollziehbar seien. Von einem gleichmäßigen Netz könne keine Rede sein. „Das finde ich seltsam.“ Vor 20 Jahren sei von den Bauern in erster Linie Effizienz gefordert worden. „Sie haben geliefert.“ Allerdings mit den jetzt sichtbaren Folgen. Privat kaufe er Biomilch und -butter. Er befürchte jedoch, dass die gesamte Gesellschaft auf diese Art nicht ernährt werden könne. „Der Konsument kann mitentscheiden, was produziert wird“, betonte der Landwirt. Es gehe darum, was jeder einzelne kaufe. „Zurzeit haben wir einen maximalen Abstand zwischen Produzent und Verbraucher.“ Diesen gelte es, zu verringern.

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