Landrat über Runden Tisch zu Migration

Wohnungen und Helfer gesucht

Für Ausländer zuständige Mitarbeiter der Fachbereiche Soziales, Ordnung sowie Kinder, Jugend und Familie bei der Verwaltung des Heidekreises.
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Für Ausländer zuständige Mitarbeiter der Fachbereiche Soziales, Ordnung sowie Kinder, Jugend und Familie bei der Verwaltung des Heidekreises.

Bad Fallingbostel - „Uns wird die Integration zu 100 Prozent gelingen. Da bin ich ganz zuversichtlich.“ So lautete gestern das Fazit von Landrat Manfred Ostermann bei einem Pressegespräch, in dem er die Ergebnisse eines Runden Tisches zum Thema Migration präsentierte.

Anlass des Runden Tisches war die steigende Zahl aufzunehmender Flüchtlinge im Heidekreis gewesen. Sie erwarteten im Laufe des Jahres 582 zusätzliche Asylbewerber. Und damit werde sicherlich nicht Schluss sein.

Zu den 64 Teilnehmern der Gesprächsrunde im Kreishaus gehörten neben Bürgermeistern hochkarätige Vertreter der Politik, der Verwaltung, der Kirchenkreise, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der IHK Lüneburg-Wolfsburg, der Volkshochschule, der BBS, der Polizei, der Bundesagentur für Arbeit und der Migranten-Selbstorganisationen sowie Migrationserstberater.

Spracherwerb

im Vordergrund

Von den 7767 Ausländern im Heidekreis seien Ende 2014 540 anerkannte Flüchtlinge mit Aufenthaltstitel gewesen. 437 Personen befänden sich im Asylverfahren, 356 seien ausreisepflichtig. Unter 18 Jahren seien 1100 Personen.

„Keiner kann sagen, ob die Flüchtlinge nächste Woche oder in vier Monaten kommen“, sagte Ostermann. „Wir müssen schnell reagieren.“ Das sei etwas, was beim Runden Tisch kritisiert worden sei. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, den Vorlauf gut nutzen zu können.

Einigkeit habe darüber geherrscht, die Flüchtlinge dezentral in den Städten und Gemeinden unterzubringen. Der Landrat appellierte an Vermieter und Eigentümer, sich zu melden, wenn Wohnungen zur Verfügung ständen. Sie schlössen Mietverträge mit den Gemeinden und Städten ab, nicht mit den Flüchtlingen, betonte Ostermann.

Ein Problem sei die Sprache. Einhellig habe die Auffassung geherrscht, alles daransetzen zu wollen, den Flüchtlingen die deutsche Sprache beizubringen. In diesem Zusammenhang erwähnte der Landrat ein auf vier Jahre angelegtes Modellprojekt, das mit der VHS Heidekreis auf den Weg gebracht werde. Es gehe um die Orientierung, Beratung und Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Bis 6. Februar müsse ein Förderantrag gestellt werden. Werde dieser bewilligt, könnten sie mehr und insbesondere persönliche Ressourcen akquirieren. Des Weiteren seien Anträge für Sprachlernklassen gestellt worden. „Wir müssen auf die Genehmigung der Landesschulbehörde warten“, so Ostermann.

Einigkeit bestand am Runden Tisches darüber, die sozialen Betreuungsmöglichkeiten auszubauen. Diese Aufgabe könne nur unter Einbeziehung der im Landkreis bestehenden Strukturen mit zusätzlichen Fachkräften in der Sozialarbeit gelingen.

Wer Interesse an der ehrenamtlichen Begleitung von Flüchtlingen, zum Beispiel bei Behördengängen und Arztbesuchen, habe, solle sich an Jover Garcia vom Heidekreis, Telefon 05162/970320, Fax 05162/970900320 oder E-Mail e.jovergarcia@heidekreis.de, wenden. Sie sei auch Ansprechpartnerin bei Problemen und werde demnächst alle Kommunen des Heidekreises besuchen.

Angeregt worden sei in der Runde ein Merkblatt in den etwa 30 Sprachen der hier eintreffenden Flüchtlinge. Dolmetscher ließen sich weder finden noch finanzieren, erklärte der Landrat.

sal

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