Angeklagter zahlte bereits Schmerzensgeld

Prozess nach blutigem Osterfeuer ab sofort am Landgericht

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Dorfmark/Verden - Ein blutiges Ende hatte vor zwei Jahren das Osterfeuer in Dorfmark gefunden. Der Polizei zufolge hatte es acht Verletzte gegeben. Gegen zwei Cousins und zwei Zwillingsschwestern wurde später Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung am Amtsgericht Walsrode erhoben. Ein 25-Jähriger aus dem Ort musste sich wegen seiner Tatbeteiligung am Donnerstag in einem Berufungsverfahren vor dem Landgericht Verden verantworten. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft hatten Rechtsmittel eingelegt.

In erster Instanz hatten sich alle vier Angeklagten verantworten müssen. Doch nur der 25-Jährige und eine der Zwillingsschwestern waren verurteilt worden. Die Frau zu einer Geldstrafe in Höhe von 900 Euro und der 25-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe. Das Verfahren gegen die beiden anderen Angeklagten wurde ausgesetzt. Grund soll bei der Zwillingsschwester ein noch zu erstellendes Gutachten gewesen sein und bei dem Cousin ein Fehler bei seiner Ladung.

Aufzuklären, was bei dem Osterfeuer zu später Stunde passiert war, gestaltete sich nicht erst in der gestrigen Sitzung als problematisch. Im angefochtenen Urteil hatte das Amtsgericht festgestellt, dass ein 32 Jahre alter Mann, gestern als Nebenkläger beteiligt, einen Schlag von hinten gegen den Kopf bekommen habe. Am Boden liegend sei der Dorfmarker mit Tritten und Schlägen, unter anderem gegen den Kopf, traktiert worden. Er habe versucht, seinen Kopf und insbesondere sein Auge zu schützen, da er auf einem Auge blind ist. In Folge der Gewalteinwirkung hatte er zeitweise das Bewusstsein verloren.

Außerdem soll der Angeklagte einem 26-Jährigen einen Faustschlag ins Gesicht verpasst haben. Als der Vorsitzende des veranstaltenden Schützenkorps Dorfmark für Ruhe sorgen wollte, wurde auch er attackiert. So schwer, dass er später am Sprunggelenk operiert werden musste.

Der Angeklagte will nur den Schwestern geholfen haben, nachdem eines der Mädchen nach einem Schlag zu Boden gegangen sei. Den 32-Jährigen habe erst gesehen, als dieser „blutüberströmt“ ins Schützenhaus getragen worden sei, behauptete der Straßenbauer. Dem Vereinsvorsitzenden sei er zwar nachgegangen, doch der Mann sei über eine Kante gestolpert. „Ich bin über ihn gestürzt. Dann habe ich von ihm abgelassen“, so der Angeklagte.

So unschuldig dürfte er an den Verletzungen des Vorsitzenden jedoch nicht gewesen sein, schließlich musste er dem Mann bereits 6 500 Euro und dem Opfer des Faustschlags 1 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Dass er auf den gestrigen Nebenkläger ebenfalls eingeprügelt hat, war zunächst nicht angeklagt. Dies hatte erst ein Zeuge in erster Instanz erklärt.

Das Verfahren gegen den 25-Jährigen wurde eingestellt. Gegen die Zahlung von 1 400 Euro an den Nebenkläger, damit dieser nicht auf seinen Rechtsanwaltskosten sitzen bleibt. Was folgt ist eventuell eine Zivilklage des 32-Jährigen und die Strafprozesse gegen die beiden anderen Angeklagten.

wb

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