Landberatung tagt im Kurhaus

Immer mehr Bürokratie

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Wilhelm Stelling (l.) verabschiedet Bernd Hartjen aus dem Vorstand. Hans-Heinrich Dehning fehlte.

Bad Fallingbostel - „Die Landberatung ist gefragter als je zuvor.“ Zu diesem Schluss kam Wilhelm Stelling aus Wulflade, alter und erneut gewählter Vorsitzender der Landberatung beim Grünen Zentrum, als er auf der Generalversammlung im Kurhaus Bad Fallingbostel ein Fazit des vergangenen Jahres zog.

Allerdings stehe verordnete Bürokratie bald stärker als die Landberatung im Vordergrund, sagte Stelling. Die Gründe seien immer mehr gesetzliche Einschränkungen. Unsinnige Verordnungen bedrückten die Landwirte und sorgten für Handlungsunsicherheit.

Die konventionelle Landwirtschaft werde immer öfter als Buhmann abgestempelt und als Umweltsünder gebrandmarkt. Dies könne nicht angehen, so der Vorsitzende, denn jeder Landwirt wirtschafte nach bestem Gewissen und habe sein Handwerk gelernt.

Trotz ungünstiger Witterungsbedingungen könnten sie mit der Ernte weitgehend zufrieden sein, blickte Stelling auf das vergangene Jahr zurück. Was allerdings bedenklich stimmen müsse, seien die sinkenden Schweine- und Ferkelpreise sowie der zu geringe Milchpreis, der weiter unter Druck stehe. Da gehe es an die Substanz einzelner Betriebe. Ein Auf und Ab der Marktpreise sei man ja schon gewohnt, erklärte der Vorsitzende, aber ein schlechtes Licht auf den Berufsstand zu werfen sei ungerecht und unzulässig.

Die Versammlung war sich mit der Landfrauen-Funktionärin Edith Schröder einig, dass die Höfe vermehrt Öffentlichkeitsarbeit betreiben müssten. Die Landfrauen planen Schröder zufolge eine „Tour de Flur“ (Radtouren zu ausgewählten Höfen), um mit Verbrauchern ins Gespräch zu kommen.

Bei der Vorstellung des Geschäftsberichtes und der Kassenlage bestätigte Geschäftsführer Manfred Dannenfeld die vom Vorsitzenden genannten Probleme. Die Berater der Landberatung müssten immer öfter bei der Einhaltung unübersichtlicher Bestimmungen helfen, damit den Landwirten keine Prämien verloren gingen.

Ein wichtiger Service für die gut 400 Mitglieder aus dem Verbandsgebiet zwischen Neustadt, Visselhövede und Schneverdingen sei die Bearbeitung der Agrarförderanträge zur Erlangung von EU-Mitteln. Dies sei für manchen Betrieb existenziell, sagte Dannenfeld.

Im Bereich der Landberatung, so der Geschäftsführer, würden auf den Ackerflächen 16 unterschiedliche Kulturen angebaut, wobei Mais und Getreide zusammen rund 77 Prozent ausmachten. Dannenfeld beklagte den erheblichen Gewinnrückgang der Betriebe von durchschnittlich rund 83000 Euro auf 45000 Euro im vergangenen Wirtschaftsjahr.

Der Geschäftsführer ging auf das umfangreiche Angebot der Landberatung ein. Glücklich schätzten er und Stelling sich, dass das Beraterteam im vergangenen Jahr Verstärkung durch Isabell Egerding bekommen habe. Sie habe geholfen, Engpässe bei der Erstellung der Agrarförderanträge zu vermeiden, so Dannenfeld.

Nachdem der Vorsitzende Wilhelm Stelling und Vorstandsmitglied Christian Kohlmeyer, Wietzendorf, einstimmig in ihren Ämtern bestätigt worden waren, brachten satzungsgemäße Wahlen zwei neue Gesichter in den Vorstand: Einstimmig wurden Bernd Hartjen, Wiekhorst, und Hans-Heinrich Dehning, Zahrensen, durch Dehnings Sohn Ruben und Christoph Renken, Heber, ersetzt.

Im Anschluss an die Versammlung hielt Dr. rer. nat. Gaby-Fleur Böl vom Bundesinstitut für Risikobewertung einen Vortrag zum Thema „Das Leben ein Risiko – tatsächliche Gefahren gegen medial gesteuertes Bauchgefühl“. Sie räumte mit so manchem Vorurteil auf.

hf

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