Zinke: Historische Chance

Kreistag stellt Weichen für einen Klinikneubau

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Kritisch: Hans-Joachim Wangnick.

Bad Fallingbostel - Mit großer Mehrheit hat der Kreistag am Freitagabend beschlossen, beim Land Fördermittel in Höhe von 200 Millionen Euro für die Zusammenlegung der beiden Krankenhäuser in Soltau und Walsrode an einem zentralen Standort zu beantragen. Bevor der Kreistag damit die Weichen für einen Klinikneubau stellte, gab es eine teilweise recht emotional geführte Debatte über das Pro und Kontra.

Zu Beginn hatte Landrat Manfred Ostermann noch einmal deutlich gemacht: „Im April muss der Antrag gestellt sein. Die Zeit drängt also, wir brauchen eine Entscheidung.“ Die kam dann auch, nachdem sich die Sprecher aller Fraktionen für die Antragstellung ausgesprochen hatten.

Hermann Norden (CDU) und Sebastian Zinke (SPD) plädierten für den zentralen Klinikneubau. Zinke: „Ein erster Schritt für eine gute medizinische Versorgung im ganzen Heidekreis“. Norden: „Wir brauchen eine wirklich zukunftsfähige Klinik.“ Zinke und Norden waren sich einig, dass diese Chance jetzt genutzt werden müsse. Zinke sprach sogar von einer „historischen Chance“, die es jetzt mit einer breiten Mehrheit im Kreis gebe.

Vor allem aus dem Kreis der Walsroder Abgeordneten gab es vor der Abstimmung jedoch auch kritische Stimmen. Dr. Hans-Joachim Wangnick (CDU) sprach sich zwar ebenfalls für einen zentralen Standort aus, kritisierte jedoch die „Werbetour für ein Krankenhaus auf der grünen Wiese“. Den Allgemeinmediziner aus Düshorn ärgerte besonders, dass jetzt behauptet werde, die Bausubstanz in Walsrode sei veraltet und lasse einen modernen Betrieb nicht zu: „Das Krankenhaus ist noch keine 20 Jahre alt und gehört damit zu den modernsten in Niedersachsen.“

Landrat Manfred Ostermann mahnte die Abgeordneten: Die Zeit dränge, eine Entscheidung solle jetzt getroffen werden.

Scharfe Kritik übte Wangnick an Dr. Christof Kugler (Geschäftsführer) und Hermann Norden (Aufsichtsratsvorsitzender): „Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind desaströs.“ Kreistagsvorsitzender Friedrich-Otto Ripke verteidigte Kugler und Norden, die einen guten Job gemacht hätten und nannte die Kritik teilweise schäbig.

Kritik kam auch von den Walsroder Abgeordneten Thomas Söder (CDU) und Klaus Kunold (BBB/WBL). Söder: „Mir fehlt da das Vertrauen, der Antrag scheint mit der heißen Nadel gestrickt.“ Der Zeitplan wirke auf ihn zu knapp, Alternativen seien nicht geprüft worden. Ähnlich sah es Klaus Kunold, der in einem Antrag das Land um eine „Reservierung der Fördermittel bis zum Jahresende 2018“ bitten wollte. Kunold: „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.“

Der Antrag wurde abgelehnt. Am Ende gab es bei vier Enthaltungen den erwarteten einmütigen Beschluss des Kreistags. Zuvor hatte Sebastian Zinke noch gemahnt: „Es kann sein, dass andere schneller sind und das Geld dann weg ist.“ - fra

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