Kreispräventionsrat zieht positive Jahresbilanz / Dritte Schülerbefragung

Mit messbaren Erfolgen

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Die Vorstandsmitglieder Gerd Engel, Peter Rabe und Karsten Mahler (von links).

Bad Fallingbostel - Der Kreispräventionsrat (KPR) sei so etwas wie das Fieberthermometer des Heidekreises, sagte Rechtsanwalt Peter Rabe zu Beginn der Jahreshauptversammlung. Die Institution von Freiwilligen aus dem Heidekreis habe den Finger am Puls des Lebens und erkenne in der Regel Gefahren und Trends zu negativen Tendenzen im Zusammenleben der Bevölkerung sehr frühzeitig.

So konnte der Kreispräventionsrat in den 13 Jahren seines Bestehens zahlreiche erfolgreiche Projekte zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen und auch zur Opferhilfe durchführen.

Wissenschaftlich untermauert wurde die Präventionsarbeit durch die dritte Schülerbefragung des Kriminologischen Institutes Niedersachsen (KfN) mit Prof. Christian Pfeiffer und Dr. Dirk Baier. Es sei um die Problemfelder Schulschwänzen, Drogenkonsum und schädlicher Medienkonsum gegangen. Die Arbeitsgruppen des KPR seien in die Lage versetzt worden, mit gezielten Projekten gegenzusteuern, so Rabe. 2015 sei das Projekt „Konfliktfähige Kinder“ abgeschlossen worden. Es hätten sich messbare Erfolge eingestellt.

Die Gruppe Opferhilfe kümmere sich seit elf Jahren um das Thema häusliche Gewalt und arbeite unter anderem mit dem Verein „Frauen helfen Frauen“ zusammen. Zum Thema häusliche Gewalt habe es 2015 eine Projektarbeit mit den BBS Walsrode, der Oberschule und dem Jugendzentrum „mittendrin“ gegeben. Die Arbeitsgruppe „Suchtbekämpfung“ stehe vor Vollendung eines neuen Konzeptes zur Bekämpfung von Drogen und anderen Suchtmitteln, berichtete Rabe. Das Projekt werde mit den heimischen Vereinen erarbeitet.

Neu erkannt worden sei ein Problem der Gefährdung auf dem Schulweg. Der Gemeindeunfallversicherungsverband habe darauf aufmerksam gemacht, so der Vorsitzende. Eine Arbeitsgruppe werde sich jetzt verstärkt um die Schulweg-Sicherung kümmern. Und auch am Thema Medienkompetenz werde weiter gearbeitet, denn ungezügelter Medienkonsum, insbesondere von Gewaltmedien, könne ein Grund für abweichendes Verhalten Jugendlicher sein.

Baier, bis vor kurzen mit der Schülerbefragung befasst, stellte das Ergebnis in komprimierter Form vor. Befragt worden waren 15-jährige Schüler im Heidekreis. 744 Befragungen seien wissenschaftlich verwertbar gewesen. Die Studie brachte im Vergleich zu den vorangegangenen von 2005 und 2010 messbare Ergebnisverbesserungen in den Bereichen Gewaltanwendung, Ladendiebstahl und Sachbeschädigung. Dies passe zu den Daten der Kriminalstatistik, so Baier. Ein Grund scheine im geänderten Verhalten des sozialen Umfelds zu liegen. Schule und Elternhaus verhielten sich abweisender bei Gewaltanwendungen.

Der KPR vergab den Präventionspreis an zwei Institutionen aus Munster und Walsrode, die sich der Betreuung von Menschen widmen, die Probleme mit der Integration in den gesellschaftlichen Alltag haben. In Walsrode ging die Auszeichnung an die Willkommensgruppe der Diakonie mit Pastorin Rosl Schäfer an der Spitze. Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring schilderte, wie sich die etwa 50 Personen umfassende Gruppe bei der Integration von Migranten in Walsrode einbringt.

Preise für Institutionen

in Walsrode und Munster

Die Munsteraner Gruppe „MuMi 50“ wurde von Bürgermeisterin Christina Fleckenstein vorgestellt. Im Wohngebiet Muncloh/Am Hanloh/Wittekindgrund leben überproportional viele sozial Benachteiligte sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Um diesen einen niedrigschwelligen und wohnortnahen Zugang zu Unterstützungsangeboten zu ermöglichen, besteht seit Herbst 2011 eine Projektwohnung in der Straße Muncloh 50.

hf

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