Gesundsheitskonzept angenommen

Kreis-SPD votiert für Klinik-Neubau

Bei nur einer Gegenstimme nahmen die Sozialdemokraten das Gesundheitskonzept 2025 an.

Bad Fallingbostel - Von Henning Leeske. „Wann hatten wir eigentlich schon einmal einen Sonderparteitag?“, fragte Lars Klingbeil, Vorsitzender der Heidekreis-SPD, um den Stellenwert des Gesundheitskonzepts 2025 zu verdeutlichen.

„Wir positionieren uns heute zum Thema Gesundheitsversorgung“, so Klingbeil. Gerade im Heidekreis habe er gelernt, Politik zu machen. Denn die Politik für die Menschen werde letztendlich auf kommunaler Ebene gestaltet. „Manchmal ist es sehr heilsam für die Berliner Politik, mal drei Wochen an den Haustüren der Menschen zu sein“, riet er bevor bundespolitische Themen, wie Grundrente ohne Bedürfnisprüfung, seinen Bericht aus Berlin dominierten.

Vor dem Hauptthema des Abends im Fallinger Kursaal beschlossen die Genossen noch einstimmig eine Resolution zum Thema Erdgasförderung im Heidekreis mit Bezugnahme auf den Nachbarkreis Rotenburg. Darin wird der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) unter anderem aufgefordert, „ein Moratorium für geplante Erkundungsbohrungen oder Förderungen von Gas- und Ölvorkommen im Landkreis Heidekreis auszusprechen“.

Lars Klingbeil

Das von Klingbeil bereits angesprochene Gesundheitskonzept für den Heidekreis stellte der Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke vor. Die heftige und emotionale Diskussion habe dem Image des Heideklinikums an seinen beiden Standorten geschadet, so Zinke. Daher bat er um eine sachliche Diskussion. Es sei ein Standortkriterium, eine gute Gesundheitsversorgung vorzuhalten, im Wettbewerb mit anderen Landkreisen. „Die Menschen gehen dort hin, wo sie glauben, die beste Versorgung zu bekommen“, so Zinke. Dabei sei das Krankenhaus der Anker im Gesundheitssystem, der auch weiter für Fachkräfte vom Chefarzt bis zum Pfleger attraktiv sein müsse.

Nun sei der Zeitpunkt ideal für eine Entscheidung pro Neubau, da die zugesagte Landesförderung eine optimale Gelegenheit sei. Zumal die genaue Höhe noch nicht festgelegt sei und an die letztlichen Planungen angepasst werde. Dabei forderten die Sozialdemokraten eine große Transparenz, weil zurzeit unterschiedliche Summen kursierten. Auch die Frage der Weiternutzung der alten Standorte sei wichtig und dort könnten Primärzentren für eine ambulante medizinische Versorgung in den Mittelzentren Soltau und Walsrode erfolgen oder die Gebäude böten sich für neue Wohnformen sowie Kurzzeitpflege an.

Sebastian Zinke stellte das Gesundheitskonzept vor.

Die Standortfrage umschifften die Sozialdemokraten an diesem Abend elegant und wiesen nur auf die sieben Flächen hin, die derzeit geprüft würden. Dazu gehöre auch die Umweltverträglichkeitsprüfung, die alleine ein Jahr dauern könne. „Bis zum neuen Krankenhaus wird das noch fünf bis sechs Jahre dauern, vielleicht auch sieben“, prognostizierte Zinke. Außerdem rechnete er vor, dass seit den 1990er-Jahren der Heidekreis 87,7 Millionen Euro direkt aus dem Kreishaushalt in die beiden Standorte gesteckt. „Das heißt, dass wir beim Beibehalten des bisherigen Angebots auch nicht besser wegkommen“, sagte er. „Die Zeit für das Modell Schwarzwaldklinik ist endgültig vorbei. Es gibt keinen Professor Brinkmann mehr, der von der Geburt bis zur Herztransplantation alles selber macht“, mahnte Zinke.

In der folgenden Diskussion und Abstimmungen setzte sich der Ortsverein Walsrode knapp nicht durch, in das Konzept einen Passus aufzunehmen, der den Ausstieg aus dem Neubau bei unerwarteter Kostensteigerung beinhaltete. „Ich kann kein Haus bauen, wenn ich nicht weiß, wie viel es kosten soll“, lautete ein Argument. Das Aufsichtsratsmitglied Karin Fedderke plädierte dafür, das Heideklinikum in kommunaler Hand zu belassen und nicht zu privatisieren. Viel Gesprächsbedarf gab es noch bezüglich der Verankerung der Gynäkologie und Geburtenstation im Standort Walsrode als Primärversorgungszentrum, was mit einer Stimme Mehrheit aufgenommen wurde. Das Gesamtkonzept nahm der Parteitag dann bei einer Gegenstimme an.

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