NSGB Kreisverband möchte vor Stellung eines Förderungsantrags Alternativen prüfen

Klinikum: Gemeinden fühlen sich übergangen

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Carlos Brunkhorst (Gemeinde Neuenkirchen), Karl-Gerhard Tamke (Gemeinde Hodenhagen), Präsident Dr. Marco Trips, Kreisvorsitzende Helma Spöring (Walsrode) und Meike Mook-Steffens (Stadt Schneverdingen).

Bad Fallingbostel - Die Vorstandsmitglieder des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB), Kreisverband Heidekreis, haben gestern signalisiert, dass sie sich beim bisherigen Vorgehen im Vorfeld eines möglichen zentralen Klinik-Neubaus im Heidekreis übergangen fühlen.

Am Pressegespräch in Bad Fallingbostel nahm auch der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Marco Trips, teil. Carlos Brunkhorst, Kreisgeschäftsführer aus Neuenkirchen: „Wir sehen zwar die Chance, Mittel, die das Land uns zur Verfügung stellen könnte, zu bekommen.“ Aber daraus dürfe kein Schnellschuss gemacht werden. Sie müssten genau schauen, ob die ins Gespräch gebrachte Verlegung des Heidekreis-Klinikums „auf den grünen Rasen“ umsetzbar sei. Dazu müssten Untersuchungen stattfinden. Es seien Alternativen aufzuzeigen und die Wirtschaftlichkeit eines solchen Projektes zu prüfen.

Kreisvorsitzende Helma Spöring bezweifelte, dass die Bauphase für ein solches Projekt nur fünf Jahre dauert. „Ich gehe eher von sieben bis zehn Jahren aus.“ Und in dieser Zeit müssten jährlich steigende Defizite der Krankenhäuser in Walsrode und Soltau aufgefangen werden.

Zweifel an der Aussage des Landkreises

Karl-Gerhard Tamke aus Hodenhagen unterstrich wie alle anderen Teilnehmer auch, dass es in erster Linie eine verbesserte Versorgung für die Einwohner geben müsse, auch in den kommenden Jahren. Und Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens wies auf die schon heute bestehenden Schwachstellen im Soltauer Krankenhaus hin. Dort sollte mit weit weniger finanziellen Mitteln eine Notfall-Versorgung erst einmal eingerichtet werden.

Bezweifelt wurde die Aussage des Landkreises, dass mit dem Bau eines zentralen Krankenhauses weit mehr als die heutigen 50 Prozent der Heidekreis-Bewohner, die die Krankenhäuser zurzeit nutzten, erreicht werden könnten.

Am Freitag werde der Kreistag über das Thema beraten. Bis Juni müsse beim Land ein Förderungsantrag gestellt werden. „Wir sind als Städte- und Gemeindebund nicht gegen einen solchen Antrag, nur müssen wir vorher alles abklopfen, was es an möglichen Alternativen gibt.“ Dazu gehöre auch, wie die beiden bestehenden Krankenhäuser weiter genutzt werden könnten, sagte Brunkhorst.

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