Konversion: Landrat Manfred Ostermann vermisst bis jetzt konkrete Hilfszusagen vom Land

Integrierte Regionalentwicklung als Ziel

+
Landrat Manfred Ostermann tauscht sich mit KoRiS-Planerin Natalie Schmidt über die Ergebnisse der Studie aus. 

Bad Fallingbostel - Die Entwicklungsgesellschaften KoRiS, Hannover, und Firu, Berlin, stellten im Bad Fallingbosteler Ratssaal die bisherigen Ergebnisse ihrer Untersuchungen zur Konversion in den Kreisen Celle und Heidekreis vor. Fazit: Vor allem auf Bad Fallingbostel, Oerbke und Bergen kommt eine Aufgabe zu, die weder die Kommunen noch die Landkreise allein werden stemmen können.

Allein in Bad Fallingbostel kommen nach Abzug der Briten fast 900 leer stehende Wohnungen zusätzlich auf den Markt. Die Leerstände summierten sich bis etwa 2030 auf 1 400 Wohneinheiten. Hinzu komme allein im Einzelhandel und Kleingewerbe ein Verlust von zehn Millionen Euro Kaufkraft. Insgesamt verliert die Konversionsregion zwischen Celle, Bergen und Bad Fallingbostel an Kaufkraft in Höhe von etwa 65 Millionen Euro.

KoRiS-Planungsexpertin Natalie Schmidt fasste die bisherigen Ergebnisse der KonRek-Studie zusammen und zog ein vorläufiges Handlungsfazit. Sie sieht drei Schwerpunkte: die Stabilisierung des Wohnungsmarktes, auch durch Rückbau, das Stellen der Wirtschaft, insbesondere des Einzelhandels, auf sichere Füße und Überlegungen über die Nachnutzung der Militärcamps.

Heiko Schultz, Planungsexperte der Firu, sieht unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten, die drei Camps in Celle, Bergen und Bad-Fallingbostel/Oerbke neu zu nutzen. Vieles hänge von einer Studie zum Lärmmanagement auf dem Übungsplatz Bergen ab. Diese solle in Kürze abgeschlossen werden, teilte Bad Fallingbostels Bürgermeister Rainer Schmuck mit, der in Berlin Gespräche mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen über den Konversionsprozess geführt hatte. Von Lärmbelastungsgrenzen hänge eine mögliche Nachnutzung der Camps ab, so Schmuck. Eines machte er als Fazit seines Berlin-Gespräches klar: Der Truppenübungsplatz werde in seiner jetzigen Nutzung bestehen bleiben.

Landrat Manfred Ostermann bemängelte, dass weder Bund noch Hannover klare Signale für eine Unterstützung der Region sendeten. Die Hoffnung auf Fördermittel müsse aufrechterhalten werden.

Die Region müsse weiter mit einer Stimme auftreten, um ihre Forderungen durchzusetzen, so die Experten Schultz und Schmidt. · hf

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Empörte Angehörige im Loveparade-Prozess

Empörte Angehörige im Loveparade-Prozess

Reise-Anbieter mühen sich um Barrierefreiheit

Reise-Anbieter mühen sich um Barrierefreiheit

Mitbewohner von Attentäter Amri: Habe früh vor ihm gewarnt

Mitbewohner von Attentäter Amri: Habe früh vor ihm gewarnt

May offen für Nachverhandlungen zum Brexit-Abkommen

May offen für Nachverhandlungen zum Brexit-Abkommen

Meistgelesene Artikel

Er fühlte sich schlecht behandelt: Sohn sprüht Mutter Pfefferspray ins Gesicht

Er fühlte sich schlecht behandelt: Sohn sprüht Mutter Pfefferspray ins Gesicht

Konkurrenz zum Miniatur Wunderland: Snow Dome plant Rekord-Modelleisenbahn

Konkurrenz zum Miniatur Wunderland: Snow Dome plant Rekord-Modelleisenbahn

Helferansturm bei Typisierungsaktion in Bierde: Viel Lob für mehr als 120 Helfer

Helferansturm bei Typisierungsaktion in Bierde: Viel Lob für mehr als 120 Helfer

Schlägerei während Lokalrenovierung – 24-Jähriger schwer verletzt

Schlägerei während Lokalrenovierung – 24-Jähriger schwer verletzt

Kommentare