Veranstaltung in der Heidmark-Halle

Informationsabend zum Klinikneubau: Es herrscht Aufbruchstimmung

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Zahlreiche Besucher waren am Dienstag in die Heidmark-Halle gekommen, um sich über die Neubaupläne zu informieren.

Bad Fallingbostel - Grundsätzlich positiv war die Stimmung am Dienstagabend in der fast bis auf den letzten Platz besetzten Heidmark-Halle in Bad Fallingbostel. Der Landkreis und das Heidekreis-Klinikum hatten zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Neubau einer Klinik in zentraler Lage“ eingeladen.

Unter der Moderation von Antje Diller-Wolff erläuterten Dr. Boris Robbers, Referatsleiter Krankenhäuser im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Landrat Manfred Ostermann, Aufsichtsratsvorsitzender Hermann Norden, sein Stellvertreter Sebastian Zinke, Klinikums-Geschäftsführer Dr. Christof Kugler, Chefärztin Dr. Andrea Pomarino von der Medizinischen Klinik in Soltau, Chefarzt Prof. Dr. Frank Schmitz von der Medizinischen Klinik in Walsrode und Betriebsratsvorsitzender Rainer Oberüber das Vorhaben und ihre Einschätzung der Dinge. Anschließend hatten die zahlreichen Besucher ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Ende Januar hatte das Ministerium unerwartet signalisiert, den Neubau eines zentralen Krankenhauses im Heidekreis mit voraussichtlich 200 Millionen Euro fördern zu wollen. Der Heidekreis müsste sich mit 20 Prozent an den Gesamtkosten beteiligen. Viel Zeit bleibt nicht. Im Juni tagt der Planungsausschuss im Landtag. Dann muss klar sein, was der Heidekreis will.

Die Podiumsteilnehmer mit Moderatorin Antje Diller-Wolff (Mitte): Hermann Norden, Rainer Oberüber, Dr. Christof Kugler, Prof. Dr. Frank Schmitz, Dr. Andrea Pomarino, Dr. Boris Robbers, Manfred Ostermann und Sebastian Zinke (von links).

Robbers erklärte, dass in einem ersten Schritt der Träger und der Heidekreis Anträge an das Sozialministerium stellen müssten, damit das formale Verfahren beginnen könne. Auf Grundlage der Entscheidung des Planungsausschusses könnte eine Unterlage zur Bauplanung erstellt werden. Er riet allen Beteiligten, das Vorhaben frühzeitig auf den Weg zu bringen.

Ostermann erläuterte, dass es an diesem Abend darum gehe, öffentlich zu informieren. Am Mittwoch sollte sich der Kreisausschuss zum ersten Mal mit den zu stellenden Anträgen befassen. Der Kreistag werde das Thema am Freitag, 16. März, beraten. Ostermann sagte, dass sie Zeitnot hätten. „Wir sind nicht die einzigen, die etwas vom großen Kuchen abhaben wollen.“ Bauherr würde der Träger sein. Daneben würde eine Fachgruppe gebildet.

Kugler bezeichnete einen Neubau an zentraler Stelle als Chance, das Heidekreis-Klinikum langfristig zu sichern. „Wir könnten endlich wirtschaftlich arbeiten und Geld in die Versorgung investieren.“ Der Geschäftsführer sieht gleichzeitig Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Kliniken, wenn es um die Gewinnung von Mitarbeitern geht. Er gehe davon aus, dass der Bund künftig Personal- und Strukturvorgaben machen werde. „Die können wir dann erfüllen.“

Besserer Austausch und Kooperation

„Wie schön wäre es, wenn wir unter einem Dach arbeiten könnten“, ergänzte Pomarino. Sie nannte die Stichworte Austausch und Kooperation. Wichtig sei, auch Spezialisten innerhalb von Fachgebieten ausbilden zu können. Schmitz ergänzte, dass die Attraktivität gesteigert werde und eine bessere Logistik der Rettungsdienste möglich sei. „Krankenhäuser auf der grünen Wiese sind verkehrstechnisch unheimlich günstig zu erschließen.“ Dazu komme, dass die Menschen im Heidekreis das Pendeln gewohnt seien. Zum Thema Nachwuchsgewinnung sagte er, dass kleinere Krankenhäuser oft als „nicht umfassend in der Ausbildung“ wahrgenommen würden.

Oberüber berichtete, dass die Kollegen aus Soltau und Walsrode fast alle von dem Vorhaben begeistert seien. „Wir könnten uns anders fort- und weiterbilden.“ Alles Neue mache neugierig, verursache aber auch Ängste. „Wir werden keine Jobs opfern müssen“, sagte er.

Bisherige Standorte äußerst attraktiv

Zur Standortfrage sagte Norden, dass es eine ganze Reihe von Dingen zu berücksichtigen gebe: die gute Erreichbarkeit für die Patienten, den reibungslosen Zugang über die Rettungsdienste und die Akzeptanz der Mitarbeiter. „Raumordnerisch müssen wir gucken, wo es am vernünftigsten hinpasst. Es verbietet sich, frühzeitig über Flächen und Standorte zu reden.“

Die Frage nach Optionen für die Nachnutzung der beiden Standorte, die „außerordentlich attraktiv“ seien, sei nicht einfach zu beantworten, sagte Norden. Bei der Entscheidung für einen Neubau blieben die bisherigen Häuser noch fünf bis sechs Jahre in vollem Betrieb. Mit Städten und Gemeinden müsste auf jeden Fall gesprochen werden. Und Zinke ergänzte, dass alle möglichen Nutzungen denkbar seien, zum Beispiel durch die Bundespolizei.

Ein Zeitraum von fünf Jahren sei realistisch, erzählte Robbers. Er habe bereits zahlreiche Neubauprojekte in Niedersachsen betreut. Ostermann sagte, dass der Heidekreis das Vorhaben sehr eng begleiten werde. „Wir werden Mitarbeiter abstellen. Das Projekt hat dann Vorrang.“ Natürlich müsse man sich auch Gedanken über das Thema Mobilität machen. Gegebenenfalls müssten neue Buslinien entwickelt werden. „Es wird funktionieren, von überallher zum Heidekreis-Klinikum fahren zu können.“

Ambulante Dienste sollen erhalten bleiben

Kugler betonte, dass sie sich auf dem richtigen Weg befänden. „Wir haben noch nie so viele Patienten betreut wie im letzten Jahr.“ Die Bemühungen der vergangenen vier Jahre würden fortgesetzt. Er sprach unter anderem von Prozessoptimierungen und der Gewinnung der Heidekreis-Bevölkerung für das eigene Krankenhaus. Ambulante Dienste sollten auf jeden Fall vor Ort erhalten bleiben. Was mit den Bereitschaftsdiensten der Kassenärztlichen Vereinigung sei, könne er nicht sagen.

Auf eine Nachfrage aus dem Publikum sagte Robbers, dass sich keines der bestehenden Häuser baulich zu einem zentralen Krankenhaus aufwerten lasse. Es gelte, langfristig Gelder in zukunftsfähige Strukturen zu investieren. „Mit idealen Prozessen wird eine solche Einrichtung wirtschaftlich zu führen sein.“ Das sei für ein Klinikum mit zwei Standorten auf Dauer nicht möglich. - sal

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