Podiumsdiskussion im Kurhaus / Betreiber halten an Planungen fest

Heidekreis: Nein zu Bohrungen

Hans-Heinrich von Hofe, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen das Gasbohren. Fotos: Müller

Bad Fallingbostel – Wichtige Informationen, wie es um das Thema „Gasbohrungen im Heidekreis und im Landkreis Rotenburg“ weitergeht erhielten die Besucher am Mittwochabend im vollbesetzten Saal des Kurhauses Bad Fallingbostel.

Das Aktionsbündnis gegen das Gasbohren hatte zu einer Podiumsdiskussion mit Gegnern und Befürwortern der Gasförderung eingeladen. Am Ende zog Hans-Heinrich von Hofe, Sprecher des Aktionsbündnisses, eine positive Bilanz des Abends, bei dem es ruhig blieb, der aber einiges an Aufklärung brachte. Landrat Manfred Ostermann erhielt viel Lob. „Ich wusste gar nicht, dass wir solch einen guten Landrat haben“, sagte von Hofe.

Ostermann sprach Klartext und vermittelte den Vertretern des Bergamtes und der Bohrunternehmen, wie stark der Heidekreis hinter seiner Bevölkerung steht: „Sie haben ein klares Nein zu weiteren Erdgasbohrungen erhalten. Die Gemeinden haben entsprechende deutliche Resolutionen verabschiedet, denen sich der Landkreis angeschlossen hat. Die Landkreisbehörde wird diesen Weg gemeinsam mit ihrer Bevölkerung auch in Zukunft gehen und gegenüber dem Bergamt eine klare Haltung einnehmen.“ Dabei sei es wichtig, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung vor jeder beabsichtigen Bohrung durchgeführt werde, so Ostermann weiter. Bohrungen dürften nicht in Wasserschutzgebieten und Naturschutzbereichen stattfinden, forderte der Landrat.

Dr. Jürgen Rückheim, Generalbevollmächtigter von Vermilion Germany, schloss sich dem an: „Wir haben gelernt.“ Er wies darauf hin, dass sein Unternehmen bei den Bohrungen die neuesten technischen Geräte einsetze. Allerdings werde das Unternehmen an den Planungen für Erdgasbohrungen im Heidekreisraum, in Dorfmark, Oerbke und auch in Visselhövede festhalten. „Wir brauchen das Erdgas auch noch in der Zukunft, einer Reduzierung und dem Einsatz anderer, umweltfreundlicher Energien steht noch ein langer Weg bevor.“

„Wir wollen alternative Energien und möglichst schon morgen keine Erdgasförderung in Deutschland mehr“, sagte Grünen-Sprecherin Dr. Julia Verlinden.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte, dass erst einmal die Ursachen für die gehäuft aufgetretenen Krebsfälle in Bothel geklärt werden müssten, ehe über andere Aktionen der Bohrlochbetreiber gesprochen werden könne. „Machen Sie die Menschen dieser Region nicht noch unruhiger.“ Die Umweltverträglichkeitsprüfung für jede beabsichtige Bohrungen müsse endlich stattfinden, bundesweit.

Andreas Sikorski, Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie, stand des Öfteren im Kreuzfeuer. „Ich bin nicht nur einfacher Beamter, sondern reagiere auf die Bedürfnisse der betroffenen Bürger“, sagte er. Sikorski stellte klar, dass er das vorgeschriebene Recht umsetzen müsse.

Dr. Ludwig Möhring, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie, verteidigte das Erdgas und weitere Bohrungen in Deutschland, sprach aber auch von umweltfreundlichem Gas, das auf den Markt gebracht werden solle – auf möglichst kurzem Weg.

„Planungen für unsere Region stocken“, sagte Sikorski auf Anfrage. Er erwähnte Schwierigkeiten, die Proteste der Bürger, die die Politik und die Behörde sensibilisierten. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung müsse her, das Land, auf dem gebohrt werden solle, genauer geprüft werden. „Wir müssen auf die Anregungen und Informationen aus der Region mehr eingehen“, so Sikorski.

Doch Dorfmark, die Bohrstelle Wisselshorst 2, Oerbke und Visselhövede bleiben aktuell. „Wir haben diese Bereiche nicht aufgegeben,“ sagten die verantwortlichen Betreiber. Die Aktionsgruppe hat 16 000 Unterschriften gegen weitere Bohrungen in den beiden Landkreisen gesammelt. Noch steht kein neuer Bohrturm im Landkreis. „Notfalls werden wir nach Berlin fahren und den Politikern deutlich machen, was wir unter Umwelt- und Klimaschutz in der Lüneburger Heide verstehen und dass wir endlich ruhiger leben wollen“, sagte Hans-Heinrich zum Hofe am Schluss.  mü

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