Landrat Grote: Heidekreis an der Grenze der Organisierbarkeit

Fürs Impfen läuft das Kreishaus im Notbetrieb

Zu übersehen sind die Bemühungen im Heidekreis nicht, dass es mit der Impfkampagne vorangehen soll. Die Impf-Kapazitäten werden fortlaufend erweitert. Auch an der Versorgung mit Teststationen arbeitet der Landkreis.

„Wir tun, was wir können.“ Landrat Jens Grote gab den Kreistagsabgeordneten einen Überblick über die Impfstrategie.

Heidekreis – 30 Millionen Impfdosen sollen bis zum Jahresende ihren Weg in die Arme der Bevölkerung gefunden haben. Das ehrgeizige Ziel hat sich die neue Bundesregierung gesetzt. Wenn es um die Umsetzung geht, sind die Bemühungen im Heidekreis nicht zu übersehen. Und der Landkreis arbeitet mit Elan daran, das Impfangebot, aber auch die ausreichende Versorgung mit Testmöglichkeiten sicherzustellen.

Immer schwingt dabei die Hoffnung mit, dass dann auch der Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Das war in den zurückliegenden Wochen nicht immer der Fall und hat zu Frustrationen geführt.

Landrat bittet Bevölkerung um Verständnis

Für Verärgerung und Unzufriedenheit in der Bevölkerung, weil der Kampf gegen das Virus so lange dauert, zeigte Landrat Jens Grote in der Kreistagssitzung Verständnis. Der Verwaltungschef bat aber auch um Verständnis für die Beschäftigten im Kreishaus und im Gesundheitsamt. Die Pandemie würde die Verwaltung allzu oft an die Grenzen der Organisierbarkeit bringen. Bereits jetzt seien alle anderen Aufgaben im Notbetrieb und das Team im Gesundheitsamt erheblich verstärkt worden. „Wir kommen an Grenzen“, warb Grote um Verständnis. Den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten gehe es nicht viel anders: „Sie tun wirklich alles, was möglich ist.“

Dabei müsse sich der Heidekreis mit seinen Angeboten nicht verstecken: „Wir sind im Rahmen des Möglichen aus meiner Sicht gut organisiert“, zog Grote eine positive Bilanz. Sechs mobile Impfteams arbeiteten was das Zeug hält und die Impfstofflieferungen hergeben. Seit gestern können Termine für die festen Einrichtungen gebucht werden und ab Januar sollen sogar sieben mobile Teams unterwegs sein und die Impfkampagne im Heidekreis voranbringen.

Von einer Vielzahl von Aktivitäten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie berichtete Grote gleich zu Beginn der Sitzung. „Unsere Impfteams können bis zu circa 1000 Impfungen täglich verabreichen.“ Damit seien jetzt bereits Spitzenwerte des ehemaligen Impfzentrums in der Heidmark-Halle überschritten worden. Bis zum vergangenen Donnerstag hätten 8 579 Personen ihre Impfdosis erhalten, 6 592 davon seien Auffrischungen gewesen.

Aus den Arztpraxen wusste Grote, dass sie bereits 10 181 Personen geboostert hätten.

Vier mobile Impfteams an festen Standorten

Das Angebot werde in der Fläche immer weiter ausgebaut, berichtete der Verwaltungschef. Frustrierend sei dabei aber, dass die Aktivitäten und die Planung immer wieder vom Mangel an Impfstoff ausgebremst würden. Neben den niedergelassenen Ärzten seien derzeit vier Teams an festen Standorten im Heidekreis-Klinikum Walsrode, in der Alten Reithalle Soltau und im Designer Outlet Center im Einsatz. Termine könnten Impfwillige jetzt auf der Internetseite https://veranstaltungen.heidekreis.de buchen.

Kinder-Impfungen im Heidekreisklinikum

Ein weiterer fester Standort soll zum 10. Januar im Heidekreis-Klinikum Soltau hinzukommen. Der werde eine Impfstation für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren sein. Die Kinderimpftermine müssten direkt beim Heidekreis-Klinikum gebucht werden.

Feste Terminangebote soll es für Erwachsene ab Januar auch in Schwarmstedt bei der Johanniter Unfall-Hilfe geben. Darüber hinaus fahren die mobilen Teams weitere Gemeinden an. Ort und Zeit werden auf der Homepage des Heidekreises, über BIWAPP und natürlich über die Verdener Aller-Zeitung bekannt gegeben.

Weitere mobile Teams werden damit beschäftigt sein, Einrichtungen wie Schulen oder Alten- und Pflegeheime anzufahren.

42 Gelegenheiten zu Testen

Die Versorgung des Landkreises mit Teststationen sollen 42 Apotheken, Arztpraxen und zusätzliche Anbieter im Auftrag des Landkreises sicherstellen. Noch seien nicht alle einsatzbereit, aber Grote berichtete, dass in der 48. Woche, um den Monatswechsel also, 21 432 Tests durchgeführt worden seien. Weiße Flecken auf der Karte des Heidekreises gebe es derzeit noch in den Samtgemeinden Ahlden und Rethem. Grote war zuversichtlich, diese Angebotslücken bald schließen zu können.  kle

Rubriklistenbild: © Klee

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