Freisprechungsfeier des Handwerks in der Heidmarkhalle in Bad Fallingbostel

Bereits Engpässe bei Azubis

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Die Freigesprochenen nach der Feierstunde vor der Heidmarkhalle.

Bad Fallingbostel - Feierlich freigesprochen wurden 90 Junggesellen und -gesellinnen in der Heidmarkhalle. Hier wurde auch deutlich, dass bestimmte handwerkliche Berufe einen Mangel an Nachwuchs haben beziehungsweise noch bekommen werden.

Kreishandwerksmeister Friedhelm Eggers, der neben zahlreichen Ehrengästen den Präsidenten der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Detlef Bade, begrüßen durfte, beglückwünschte den Nachwuchs zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung. Eggers sagte in seiner Ansprache über die Zukunft des Handwerks aber auch, dass die EU nicht am Dualen System und an der Meisterausbildung rühren möge. „Dies gefährdet das Handwerk in seinem Bestand.“

Das Handwerk müsse bei der Gewinnung von Auszubildenden zunehmend mit Hochschulen konkurrieren. Das Wachstum der dortigen Ausbildung sei aber nicht unbedingt wünschenswert, so Eggers. Es könne nicht sein, dass das Handwerk später die vielen Studienabbrecher aufnehmen solle.

Handwerk biete hochqualifizierte Arbeitsplätze an, und die jungen Menschen hätten bei dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel jegliche Chancen, es weit zu bringen. Ein Meistertitel und die mögliche Selbstständigkeit seien nicht zu verachten, sagte der Kreishandwerksmeister.

Detlef Bade schlug als Festredner in die gleiche Kerbe. Er liebe noch heute seinen Beruf und bereue den eingeschlagenen Weg nicht. Handwerk mache Spaß, sei interessant und biete viele Chancen. Der Stellenwert der beruflichen Bildung müsse mehr gesellschaftliche Achtung erfahren. Was nütze ein Hochschulabgänger, wenn er zwar einen Wasserschaden berechnen, aber nicht reparieren könne. Das Handwerk habe bereits Engpässe bei den Auszubildenden.

Besten-Preis des Landrats

für Markus Stegen

Dies zeigte sich auch während der Freisprechungsfeier. Bei den Bäckern wurden nur noch zwei Auszubildende als Geselle beziehungsweise Gesellin freigesprochen, bei den Dachdeckern waren es lediglich vier.

Dass Nachwuchs hervorragende Leistungen zeigen kann, bewies einer der freigesprochenen Junggesellen im Bäckerhandwerk. Markus Stegen schloss seine Ausbildung bei der Landbäckerei Meyer in Nordkampen in den Fertigkeiten mit „sehr gut“ und bei den Kenntnissen mit „gut“ ab. Er erreichte 90,2 Punkte und erhielt vom stellvertretenden Landrat Friedrich-Otto Ripke den Besten-Preis des Landrates.

Nachwuchs zu finden, nannte Bade eine große Herausforderung. Auch wenn das Handwerk zum Beispiel jährlich mehr als 100000 Frauen ausbilde, rückte er einen anderen Aspekt in den Fokus: „Junge Handwerker sind die Wirtschaftsmacht von nebenan“, erklärte der Handwerkskammerpräsident.

hf

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