Fachgruppe Natur- und Landschaftsschutz präsentiert Vorschläge fürs ALT 

Gebietsabgrenzungen im Blick

Bad Fallingbostel - Als „sehr sachlich und konstruktiv“ bezeichnete der Erste Kreisrat Oliver Schulze die intensiven Gespräche, die der Ausschuss für Bau, Natur, Umwelt und Landwirtschaft am Donnerstag im Kreishaus in Bad Fallingbostel zum viel diskutierten Ausweisungsverfahren für Schutzgebiete im Aller-Leine-Tal (ALT) führte.

Resümee der rund zweieinhalbstündigen Zusammenkunft: Die Verwaltung wird sich am Freitag, 9. Juni, mit allen Fraktionen zusammensetzen und die Vorschläge, die im Ausschuss auf den Tisch kamen, sowie ergänzende Fragen, die in der Zwischenzeit auch aus Richtung Landvolk auftauchen könnten, besprechen.

„Das Thema ist sehr vielschichtig, aber wir sind sehr gut vorangekommen“, sagte Schulze. Es geht vor allem um die Festlegung von Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten. Ein schwieriges Thema, weil der Bereich der Aller und Leine beispielsweise flickenteppichartig mit vielen kleinen Tümpeln durchsetzt ist, die in bestimmten Jahreszeiten unter Schutz zu stellen sein werden. Wie hier eine vernünftige Abgrenzung von Natur- und Landschaftsschutz zu erreichen ist, muss in den Intensivgesprächen geklärt werden. Auch Prämienzahlungen für die Flächen waren ein Thema der Sitzung.

Svenja Stelge-Heine von der Fachgruppe Natur- und Landschaftsschutz gab einen Sachstandsbericht. Professor Thomas Kaiser vom Planungsbüro Arbeitsgruppe Land & Wasser stellte die von ihm erarbeiteten Vorschläge einer Gebietsabgrenzung vor, und Susanne Hüsing vom Landwirtschaftsministerium sprach zum Thema Prämienzahlung.

Es geht um ein Areal von insgesamt 6 180 Hektar, davon sind 5 200 Hektar bereits als FFH-Gebiet ausgewiesen. Kaiser präsentierte für die Ausweisung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten in diesem Bereich drei Alternativen, die allerdings noch nicht deckungsgleich mit den Vorstellungen der Politik seien. So könnten von den 6 180 Hektar 4 610 Naturschutzgebiet sein und 1 570 Hektar Landschaftsschutzgebiet. Schulze: „Das ist einfach ein Vorschlag, der sich an fachlichen Kriterien orientiert.“ Fachlich zu vertreten wäre, als Alternative 4 190 Hektar unter Naturschutz und 1 990 unter Landschaftsschutz zu stellen oder die Ausweisung eines reinen Landschaftsschutzgebietes.

Die Politik möchte allerdings mehr Fläche für ein Landschaftsschutzgebiet ausweisen. Und auch das Landvolk wird noch ein Wörtchen dazu zu sagen haben.

Die Beteiligten werden weiter miteinander reden und versuchen müssen, möglichst viele Interessen einfließen zu lassen.

Schulze zeigte sich sicher: „Wir sind gemeinsam mit der Politik auf einem guten Weg. 90 Prozent der Arbeit ist nach meiner Meinung bereits geschafft.“ - mü

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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