Die 27-jährige Viktoria Brummer als Springerin im ganzen Heidekreis im Einsatz

Erste Müllwerkerin eingestellt

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Viktoria Brummer und Markus Baden vor einem der großen Seitenlader.

Bad Fallingbostel - Seit dem 1. März arbeitet Viktoria Brummer im Abfuhrbetrieb der Abfallwirtschaft Heidekreis (AHK) als Müllwerkerin und Kraftfahrerin. Sie ist die erste Frau, die dort tätig ist. Hierzu äußerten sich gestern Landrat Manfred Ostermann, Vorsitzender des AHK-Verwaltungsrates, Vorstand Rainer Jäger und die Gleichstellungsbeauftragte Tina Lüdeke.

„Das ist eine Premiere, auf die ich schon lange hingearbeitet habe“, sagte Ostermann. „Dafür mussten viele und dicke Bretter gebohrt werden.“ Ihm habe nicht eingeleuchtet, warum das nicht gehen sollte. Bislang habe es sich bei der Müllabfuhr um eine reine Männerdomäne gehandelt. Als Gründe seien beispielsweise die „sehr harte Arbeit“ und die fehlenden sanitären Voraussetzungen“ genannt worden. Es hätte viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen. Und im Sanitärbereich sei eine Lösung gefunden worden.

„Aus 50 Bewerbungen haben wir die beiden Besten ausgewählt“, berichtete der Landrat. Der Heidekreis habe sich seit 2002/2003 das Thema Gender auf die Fahnen geschrieben. „Es wurde höchste Zeit, dass wir mal Pflöcke einschlagen.“ Ostermann fuhr fort: „Wir haben modernste Technik. Es geht darum, sich gut damit auseinandersetzen zu können.“ An Viktoria Brummer gewandt, sagte er: „Lassen Sie sich nicht durch dumme Sprüche beirren.“

Eine Männerdomäne gebe es noch beim Landkreis, und das sei die Kreisstraßenmeisterei. Auch hier herrschten viele Vorurteile. Bei den neuen Auszubildenden möchte Ostermann hier ebenfalls ein weibliches Gesicht sehen.

Viktoria Brummer ist 27 Jahre alt, wohnt in Benzen und hat Kfz-Mechatronikerin gelernt. „Ich hatte einfach Interesse an Autos“, beschrieb sie ihre Motivation. Nach der Meistersschule wollte sie sich umorientieren. Ihre Bewerbung bei der AHK sei aufgrund einer Zeitungsanzeige mit dem Tenor „Frauen besonders erwünscht“ erfolgt. Ihre Probezeit hat sie inzwischen erfolgreich beendet.

Brummer wird als Springerin im ganzen Heidekreis eingesetzt und konnte bereits im Bereich Altkleider, Sperrmüll, Elektroschrott und Seitenlader erste Erfahrungen sammeln. „Es läuft gut mit den Kollegen“, sagte sie. Die seien nett und hilfsbereit. Für die Arbeit sei es nicht schlecht, Ahnung von Technik zu haben.

Der 43-jährige Markus Baden war 13 Jahre bei der Bundeswehr und dort als Fahrlehrer tätig. Anschließend arbeitete er bei einer Fahrschule und später bei der Raiffeisen-Genossenschaft. Auf die Annonce hin habe er sich beworben. „Ich bin gut aufgenommen und eingewiesen worden“, sagte der Soltauer.

Rainer Jäger berichtete, dass die Mitarbeiter 9,5-Stunden-Tage hätten. „Sie wissen, was sie abends getan haben.“ Das Image des Müllmanns habe sich erheblich verbessert. Und der Zufriedenheitswert der Beschäftigten steige, wusste er.

Die Neuen sollten zunächst alle Tätigkeiten kennen lernen. Als Seitenladerfahrer eigne sich jedoch nicht jeder. Das liege unter anderem an der vielen Technik mit Kameras und Joysticks. Der Fahrer sitze rechts und leere 800 bis 900 Müllbehälter am Tag. Frauen wirkten sich sehr positiv auf das Betriebsklima aus, erzählte er.

Tina Lüdeke hofft, dass durch dieses gute Beispiel in Zukunft auch andere Frauen den Mut haben, sich zu bewerben.

sal

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