Bischof Ralf Meister und Musiker Heinz-Rudolf Kunze besuchen Flüchtlingscamps

Engagierte Helfer aus vielen Nationen kennengelernt

Der Landesbischof (r.) und Musiker Heinz-Rudolf Kunze (Mitte) informierten sich im Camp West über die behördliche Aufnahme der Asylsuchenden, begleitet von den Landtagsmitgliedern Maximilian Schmidt (SPD), Gudrun Pieper (CDU) sowie Elke Twesten (Grüne). - Foto:hf

Bad Fallingbostel - Der evangelische Landesbischof Ralf Meister und Musiker Heinz-Rudolf Kunze besuchten am Dienstagnachmittag die beiden Flüchtlingscamps am Rande von Bad Fallingbostel. Ziel des Besuches für beide Prominente war, die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer kennenzulernen und ihnen Dank zu sagen für ihr großes Engagement. Da geriet der Besuch der im Camp West tätigen Aufnahmeeinrichtungen, Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB Ni), fast zur Nebensache.

Den Landesbischof interessierte mehr die Frage hinter der Frage: Wie wird man den Flüchtlingen gerecht und wie geht es den Mitarbeitern der Aufnahmestellen bei ihrer Arbeit? Was macht das mit den Mitarbeitern der beiden Aufnahmebehörden, wenn sie täglich immer wieder von unendlichem Leid, von Flucht, Lebensgefahr und Vertreibung erfahren? Dies wollte der evangelische Würdenträger erfahren, als ihm die beiden Leiterinnen der Dienststelle im Camp West, Birgit Gerdes (LAB Ni) und Christine Karstens (Bamf), die Arbeitsweise und die Zusammenarbeit der beiden Ämter bei Asylantragstellung erläuterten. Musiker Heinz-Rudolf Kunze hörte derweil interessiert zu.

Den Einsatz gewürdigt

Kunze wie auch der Landesbischof waren da schon gespannt auf den zweiten Teil der Besuchs-Tour, die Arbeit im DRK-Camp Ost. Dort stand nach einer Rundfahrt durch das Camp ein gut einstündiges Gespräch mit zahlreichen ehrenamtlichen DRK-Helfern, Sprachmittlern und in der Hilfe engagierten Flüchtlingen statt. Kunze, darauf angesprochen, warum er als Künstler mit dabei sei. erklärte, dass er von der Landeskirche um Teilnahme gebeten worden sei, weil er zum Beispiel bei der Landesinitiative „Niedersachsen packt an!“ engagiert gewesen sei. Für ihn sei es eine gute Gelegenheit, als Prominenter den zahlreichen Helferinnen und Helfern die nötige Wertschätzung für ihr engagiertes Handeln und ihre Hilfe für die Flüchtlingen zu danken. Die tolle Arbeit der Freiwilligen werde viel zu wenig in den Medien gewürdigt, sagte Kunze.

Landesbischof Ralf Meister empfand die persönlichen Gespräche mit DRK-Helfern und mit engagierten Flüchtlingen als besonders wohltuend. Erstaunt war das Kirchenoberhaupt darüber, wie viele Flüchtlinge sich ihrerseits bereits für Neuankömmlinge engagieren, zum Beispiel als Sprachmittler. Es sei für ihn berührend festzustellen, so der Bischoff, mit welch einer Freude und welchem Engagement Haupt- und Ehrenamtliche tätig seien. Man könne diese Arbeit, so Kunze und der Landesbischof gemeinsam, nicht genug wertschätzen.

Warnend erhob der Landesbischof seine Stimme zum politischen Umfeld der Flüchtlingskrise, zu Scharfmachern und Rattenfängern. Gewalt gegen Flüchtlinge verurteile Bischof Meister auf das Schärfste. Auch für ein sich unsolidarisch zeigendes Europa, zumindest was die Haltung einiger EU-Staaten anbelange, könne er kein Verständnis haben. Einige Staaten, wie zum Beispiel Ungarn, hätten offenbar ihre eigene Geschichte vergessen, wenn sie es ablehnten, den Flüchtlingen zu helfen und ihnen Aufnahme zu gewähren.

hf

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