100 Polizisten vor Ort 

Einsatz wegen Amok-Drohung: Lieth-Schule abgesperrt

Bad Fallingbostel - Große Aufregung Mittwochmorgen in Bad Fallingbostel. Die Polizei erreichte um 8.52 Uhr ein ernst zu nehmender Hinweis auf einen Schüler der Oberschule in Bad Fallingbostel, der angedroht haben sollte, eine Waffe mit in die Schule zu nehmen und akut einen Amoklauf zu starten. Es hieß, der Jugendliche befinde sich auf dem Weg zur Schule.

Ohne Zeit zu verlieren, fuhren Polizisten in die Straße Idinger Heide und zum Elternhaus des Schülers. „Wir haben die Warnung sehr ernst genommen“, sagte Stefan Sengel, Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis, gestern Mittag. Rettungswagen und etwa 100 Polizisten, darunter Beamte aus Nachbar-Landkreisen, seien nicht nur unterwegs, sondern auch schnell vor Ort gewesen.

Da der 13-Jährige nicht zum Unterricht gekommen war, wie die Beamten schnell feststellen konnten, riegelten sie das Areal komplett ab. Die Schüler blieben im Gebäude. „Es wurde unter einem Vorwand gearbeitet“, sagte Sengel. Die Jugendlichen hätten so gut wie nichts von der Sache mitbekommen. Der Schulbetrieb sei nicht wesentlich gestört worden. Alle Entscheidungen seien in Absprache mit dem Schulleiter und dem Schulträger getroffen worden, berichtete Sengel. Es hätte im Übrigen keinen Sinn gemacht, die Schüler nach Hause zu schicken, falls der vermeintliche Täter wirklich unterwegs gewesen wäre.

Während sich die vielen Einsatzkräfte zur Schule begaben, trafen Polizisten den 13-Jährigen zu Hause an und befragten ihn. „Er hatte  keine scharfe Schusswaffe“, betonte Sengel. Sie stellten die Gas-/Schreckschusspistole, die dem Vater gehört, sicher. So wie es aussehe, habe der Jugendliche nicht vorgehabt, einen Amoklauf zu starten. Es werde aber noch mit dem Jugendlichen gesprochen.

Entwarnung nach rund einer Stunde

Bereits eine gute Stunde nach dem Eingang des Hinweises sei klar gewesen, dass alles sicher ist, erzählte der Inspektionsleiter. Das alarmierte SEK habe nicht mehr ausrücken brauchen.

„Die Zusammenarbeit zwischen der Polizeiinspektion Heidekreis und den benachbarten Behörden funktionierte hervorragend“, resümierte Sengel. Und auch in seinem Stab sei alles ruhig und strukturiert abgelaufen.

Letztendlich sei der Einsatz aufgrund einer Annahme erfolgt. „Aber es ist besser, Bescheid zu sagen, als nicht“, lobte Sengel die Eltern eines Mitschülers, die die Polizei informiert hatten. Sie hätten Informationen von ihrem Kind erhalten. „Das beste Fazit ist, dass nichts an der Sache dran war.“

Amokdrohungen gebe es im Heidekreis etwa vierteljährlich, sagte Sengel. Bisher sei nie etwas dran gewesen. Allerdings sei es auch immer möglich gewesen, Warnungen und Hinweise im Vorfeld zu überprüfen. Wichtig sei, sich frühestmöglich zu melden, appellierte er.

sal

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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