Rettungssanitäterin Neele Wejlupek war im Ahrtal und ist erschüttert

Einfach nur zupacken

Ein zerstörtes Haus und Trümmer. Im Hintergrund Wald und Hügel.
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Trümmer so weit das Auge sehen kann. Für die Helfer gab und gibt es immer noch viel zu tun.

Bad Fallingbostel – Um zu helfen, ist der Arbeitersamariterbund (ASB) des Heidekreises in der vergangenen Woche mit mehreren Mitgliedern in das Hochwassergebiet der Eifel gefahren. Am Wochenende ist nun auch das letzte ASB-Mitglied wieder aus einer fast völlig zerstörten Welt zurückgekehrt.

Neele Wejlupek, Rettungssanitäterin aus Bad Fallingbostel, war auch dabei. Und sie berichtet, wie sehr sie von diesen Tagen in der Eifel beeindruckt war. „So etwas habe ich noch nie gesehen. Die Menschen brauchen jetzt, und zwar genau jetzt, unsere körperliche Hilfe. Sie freuen sich über jeden unbändig, der eine Schaufel in die Hand nimmt und mit hilft, die verschlammten Wohnungen im Ahrtal zu säubern.“ Auch am Wochenende sei die Ahr noch immer randvoll gewesen. Allerdings und Gott sei Dank wieder in ihrem ursprünglichen Bett.

Mitte Juli hatte der Fluss viele Straßen und Gebäude komplett unter Wasser gesetzt. Zahlreiche Menschen verloren nach dem Starkregen ihr Hab und Gut. Auch in anderen Bereichen der Eifel wütete das Hochwasser. Eine zuvor nie dagewesene Katastrophe für alle, die dort wohnen.

„Überwältigender als gedacht“

„Es war überwältigender als ich je gedacht hätte“, sagt Neele Wejlupek. Nach siebenstündiger Fahrt war sie mit den Samaritern des Heidekreises nahe Ahrweiler im höher gelegenen Betreuungslager eingetroffen. „Wir haben einen für uns sicheren Platz gesucht“, berichtet sie, weil über die Medien weitere heftige Regenfälle angesagt waren. Aus Niedersachsen seien über 130 ASB-Helfer vor Ort gewesen. Neele selbst war in der Altstadt von Ahrweiler unterwegs, mit einer der vielen Gruppen, die die Menschen vor Ort betreuen und einfach mit zupacken, wenn es darum geht, die Stadt vom Schutt zu befreien und die Wohnungen, soweit wie möglich, wieder bewohnbar zu machen.

Seelsorger in jeder Gruppe

In jeder Gruppe war ein Seelsorger dabei, der in zahllosen Gesprächen mit der Bevölkerung versuchte, traumatisierten Menschen zu helfen. „Es waren so wertvolle Stunden, die ich miterleben durfte. Es war gut, dass ich mitgefahren bin“, sagt die junge Fallingbostelerin.

Helfer freundlich empfangen

Die Menschen hätten die vielen Helfer, die Organisationen, aber auch viele Privatleute sehr freundlich empfangen. Plakate hätten gezeigt, wie sich die Menschen in der Eifel über die Hilfe aus ganz Deutschland freuen, über Sach- und finanzielle Spenden. Denn nun müssten defekte Waschmaschinen ersetzt werden, wenn der Strom wieder läuft, die sanitären Anlagen müssten wieder in Gang gebracht werden und so vieles mehr. „Ich hatte ein gutes Gefühl, dafür zu sorgen, dass sich die Menschen hier wieder besser fühlen.“

Geleistete Hilfe ist nur ein Anfang

Die Situation hat sich etwas entspannt, aber die Schäden in dem kleinen Tal sind immer noch unübersehbar. Der ASB und viele andere Rettungsorganisationen, auch aus dem Heidekreis, haben vieles angeschoben, aber es ist nur ein Anfang. Vielleicht auch für Neele. „Ich würde definitiv immer wieder dort helfen, wo man meine Hilfe benötigt.“   mü

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