Im Flüchtlingscamp werden täglich mehrere tausend Menschen mit Essen versorgt

Eine echte Herausforderung

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Die Mitarbeiter der Essensausgabe sind für ihre Aufgabe bestens vorbereitet.

Bad Fallingbostel - Um die vielen Menschen im Flüchtlingscamp Ost gut und der Ethnie entsprechend täglich mit drei gesunden Mahlzeiten zu versorgen, bedarf es eines Logistiktalents und eines leistungsfähigen Cateringunternehmens. Das DRK als Betreiber des Camps Ost setzt in diesem Punkt auf ein großes deutsches Cateringunternehmen aus Rheine. Täglich mehrere tausend Flüchtlinge zu versorgen, war und ist allerdings eine echte Herausforderung.

Um die Aufgabe zu stemmen, wurde der inzwischen über 70 Jahre alte August Lehmann aus dem Ruhestand aktiviert. Nachdem dieser die Aufgabe im Camp Ost gemeistert und die entsprechende Logistik aufgebaut hatte, verabschiedete sich der Routinier wieder.

Als die Flüchtlingsunterbringung in den Kasernen des Bundes am Rande von Bad Fallingbostel aufgrund der zunehmenden Flüchtlingsströme vor einigen Monaten umstrukturiert wurde, entstanden die Camps Ost und West. Beim Erstgenannten handelte es sich um die größte Flüchtlingsnotunterkunft in Niedersachsen mit zeitweise mehr als 3.000 aufgenommen Personen.

Reiner Heming, DRK-Chef und Gesamtleiter des Camps Ost, erinnert sich an die Anfänge: „Wir mussten dringend einen leistungsfähigen Anbieter finden, der in der Lage war, möglichst aus dem Stand heraus so viele Menschen mit drei Mahlzeiten täglich zu versorgen. Da haben wir uns an den Caterer erinnert, mit dem wir schon bei unserem Menü-Bringdienst gute Erfahrungen gesammelt hatten.“

Ein Glücksfall sei es im Rückblick natürlich gewesen, dass das Unternehmen mit August Lehmann einen wahren Logistikexperten stellen konnte. Sehr schnell hatte er das entsprechende Personal organisiert und ebenso zügig waren eine Haupt- und drei weitere Küchen sowie vier große Kantinen mit Essensausgaben geschaffen. Bei anfangs mehr als 3.000 Flüchtlingen gingen täglich etwa 9.000 Mahlzeiten über die Tresen. Mittags wurden verschiedene Gerichte angeboten, und mehrmals wöchentlich stehen seit einiger Zeit sogar zwei indische und drei syrisch-arabische Essen auf dem Speisenplan.

Die Mittagsmahlzeiten werden in Rheine vorgekocht und im Camp endgegart. Frühstück und Abendmahlzeit werden vor Ort überwiegend mit Produkten von regionalen Lebensmittellieferanten angerichtet.

Im Zuge der Arbeit hätten sie festgestellt, dass viele Flüchtlinge deutsche Frühstücksbrötchen lieben, berichtet Lehmann. Sie hätten einen leistungsfähigen, regionalen Bäcker gefunden, der extra für das Camp „Oerbker Frühstücksbrötchen“ kreiert habe – ohne Schweineschmalz. „Wegen der moslemischen Gäste“, so Lehmann.

Inzwischen laufe der Betrieb reibungslos. Die Küche könne auch 5.000 und mehr Menschen beköstigen, sagt Lehmann.

Mittlerweile hat er seinen Nachfolger, den 50-jährigen Ralf Völkel, und dessen Vertreter Georg Linsen in Bad Fallingbostel eingearbeitet. „Die beiden sind so gut, die schaffen das jetzt auch ohne mich“, sagt Lehmann.

Die DRK-Führung hat sich vom Organisationstalent verabschiedet und unter anderem einen großen Präsentkorb überreicht. 

hf

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