Gegen Gewalt an Frauen

Brötchentütenaktion am Wochenende - bereits zum 13. Mal

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Die Gleichstellungsbeauftragten aus dem Heidekreis fordern „Gewalt?! ... kommt nicht in die Tüte“. (Bild zur Vollansicht bitte 

Dorfmark - Am 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Aus diesem Grund stellen die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, das Frauenschutzhaus sowie die Bäckerinnung Soltau-Fallingbostel eine Brötchentüten-Aktion auf die Beine. Zum 13. Mal werden 20.000 Exemplare mit der Botschaft „Gewalt?! ... kommt nicht in die Tüte!“ bedruckt.

Hintergrund des Aktionstages ist ein Ereignis aus dem Jahr 1960, als die Schwestern Mirabal, Mitglieder der „Movimiento Revolucionario 14 de Junio“, nach vorangegangenen Verhaftungen in der Dominikanischen Republik durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt und ermordet wurden. Bei einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen wurde der 25. November zum Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen. Das war 1981.

Gewalt gegen Frauen sei heute leider nach wie vor an der Tagesordnung, sagten die Gleichstellungsbeauftragten aus dem Heidekreis sowie Frauke Flöther vom Verein Frauen helfen Frauen beim Pressetermin in Wolthers Brotkate in Dorfmark. Viele fänden Zuflucht in einem der Frauenhäuser, erklärte Flöther. Die Einrichtungen seien, wie die in Walsrode, oft ausgelastet. „Nach unserem Umzug verfügen wir zwar über mehr Platz und einen Garten, aber wir sind trotzdem rappelvoll“, so Flöther. Das Haus verfügt über zehn Plätze und beherbergt zurzeit vier Frauen und sieben Kinder.

Was den Einrichtungen das Leben schwer mache, sei die mangelnde Planungssicherheit. Die Frauenhäuser finanzierten sich großteils über Spenden, benötigten allerdings auch Zuwendungen von der Regierung. Ob und wie viel Geld von dieser Seite komme, entscheide sich von Jahr zu Jahr neu und oft kurzfristig.

Flöther kritisierte die Berechnung des Förderbedarfs, die häufig an der Realität vorbeigehe. So werde oft nicht berücksichtigt, dass Frauen ihre Kinder mitbrächten. Im Frauenschutzhaus Walsrode wurden 2017 33 Frauen im Alter von 18 bis 54 Jahren aufgenommen. Hinzu kamen 40 Kinder.

„Laut einer Studie der Europäischen Agentur für Grundrechte haben 35 Prozent der interviewten Frauen vor ihrem 15. Lebensjahr physische, psychische oder sexuelle Gewalt erlebt – zwei Drittel nach ihrem 15. Lebensjahr“, nannte die Gleichstellungsbeauftragte für Walsrode und Bomlitz, Priska Wethkamp, Zahlen.

Die bedruckten Brötchentüten sollen über das Wochenende verteilt werden. 15 Bäckereien mit 50 Verkaufsstellen beteiligen sich. „Die Tüten sind nach etwa drei Tagen komplett vergriffen“, zeigte sich Claudia Wolther, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Bäckerinnung Soltau-Fallingbostel, sicher.

Außerdem werden Priska Wethkamp, Frauke Flöther und Bürgermeisterin Helma Spöring morgen, 23. November, um 9 Uhr, vor dem Walsroder Rathaus eine Fahne hissen. „Frei leben – ohne Gewalt“ wird darauf zu lesen sein.

mf

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