Camp-West in Bad Fallingbostel bereit für 1000 Ayslsuchende

Ehemalige britische Kaserne beherbergt Flüchtlinge

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Lagerchef Thorsten Ernst zeigt eines der Vier-Personen-Zimmer im neuen Camp. Vorgesehen sind die Räume für vier oder sechs Personen.

Bad Fallingbostel - Von Hartmut Wehler. Die neue Flüchtlingsunterkunft in Bad Fallingbostel stellten die Johanniter am Sonntag vor. Das Camp-West ist in der ehemaligen britischen Kaserne untergebracht. Betrieben wird es durch den Landesverband der Johanniter. Die Bundeswehr hatte es in den Vortagen hergerichtet.

Zunächst bereitete man sich auf 700 bis 1000 zugewiesene Personen vor, so der neue Camp-Leiter Thorsten Ernst von den Johannitern. Beim Rundgang ist noch alles frisch, Putzkolonnen sind noch in einigen Unterkünften dabei, die Grundreinigung vorzunehmen. Auf den Fluren stehen unverpackte Waschmaschinen, die noch kurzfristig angeschlossen werden müssen. Während Thorsten Ernst, ein Stader mit bereits reichlich Erfahrung aus anderen Flüchtlingslagern, die ersten hergerichteten Vier-Personen-Zimmer der Presse vorstellt, kommt draußen der erste Reisebus mit etwa 60 Personen vorgefahren. Junge Männer und Familien mit Kindern laden an der Turnhalle der Kaserne ihr Gepäck aus, ehe es zur Registrierung geht.

Alles ist vorbereitet und läuft dank der Erfahrung der Johanniter aus dem ersten Camp in Oerbke reibungslos und routinemäßig ab. Die Bundeswehr und ihr Sanitätsdienst halfen mit, die Flüchtlinge aufzunehmen und in ihre Wohnräume einzuweisen. Thorsten Ernst lobt das große, professionelle Engagement der Bundeswehr. Sie hat den Sanitätsdienst für das bisherige Doppel-Camp Fallingbostel Ost (vormals Natolager Oerbke und St.-Barbara-Kaserne) sowie für das neue Camp-West in den ehemaligen Wessex-Kasernen übernommen.

Im Camp Ost, geleitet vom DRK-Kreisverband Heidekreis, bekocht die Bundeswehr die Flüchtlinge. Im Camp-West, so Leiter Thorsten Ernst, kocht ein privater Groß-Caterer die Verpflegung. Die Johanniter werden zunächst einmal durch ihre eigene Feldkücheneinheit aus Hannover bekocht.

Lagerchef Ernst lobt die vielen Möglichkeiten, die diese Kaserne den Johannitern und ihren zahlreichen ehrenamtlichen Helfern bietet. „Hier haben wir neben einem großen Küchengebäude mehrere sehr gute Schulungsräume zur Verfügung“, so Thorsten Ernst. Und weiter: „Wir können hier zum Beispiel den ehrenamtlichen Deutschlehrern Unterrichtsmöglichkeiten bieten. In dem weiträumigen Gelände mit den diversen Unterkünften können wir Gruppen und Personen so unterbringen, dass Konflikte weitgehend vermieden werden können.“

Neben den etwa 60 hauptamtlich eingestellten Kräften seien die Johanniter weiterhin auf viele ehrenamtliche Helfer, wie in der Betreuung der Flüchtlinge oder der dort betriebenen Kleiderkammer, angewiesen. Auch Sprachmittler für Sprachen aus dem vorderasiatischen und arabischen Raum würden benötigt.

Ernst weist darauf hin, dass diese „besondere Ausnahmesituation“ nur mit Hilfe von vielem ehrenamtlichem und hauptamtlichem Engagement bewältigt werden kann. Im neuen Camp West rechnet der Lagerchef jetzt erst mal mit etwa 3500 Flüchtlingen, für die nach und nach die Unterkünfte hergerichtet werden müssen. Im Lager Ost beim DRK leben derzeit etwa 2700 Personen.

Ernst appelliert an die Bevölkerung, sich weiter ehrenamtlich in den Lagern zu betätigen. Er verweist auf die Koordinierungsstelle der Johanniter in Hannover unter Telefon 0511/6789 6633. Dort kann sich jeder Helfer melden und seine Möglichkeiten der Hilfe benennen.

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