Bürger erreichen Verwaltungen online mit Anregungen und Kritik / Lob für Transparenz

Meldesystem „Sag‘s uns einfach“ gestartet

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Manfred Ostermann, Andreas Pütz und Helma Spöring (v.l.).

Bad Fallingbostel - „Sag‘s uns einfach“, fordern der Heidekreis und die Stadt Walsrode seit Montag beziehungsweise Freitag die Einwohner auf ihren Homepages auf. Sie haben ein Online-System zur Erfassung und Abarbeitung von Bürgeranliegen eingerichtet. Dieses wird vom Land Niedersachsen für Kommunen kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Anregungen und Kritik sollten die Verwaltungen über dieses Portal erreichen, sagte Landrat Manfred Ostermann gestern im Pressegespräch. Das neue Angebot löse das seit acht Jahre bestehende „Ihre Meinung ist uns wichtig“ des Heidekreises ab. Und vielleicht beteiligten sich ja noch mehr Kommunen, hoffte Ostermann. Allerdings spiele natürlich die Größe der Verwaltungen eine Rolle. „Es ist eine Mehrbelastung und muss organisatorisch händelbar sein.“

Andreas Pütz, Pressesprecher des Heidekreises, sagte, dass das Ganze im Moment boome. „Aber irgendwann wird es für Neueinsteiger kostenpflichtig werden.“

Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring erläuterte das neue Angebot am Beispiel eines ohne Kennzeichen auf einem Parkplatz abgestellten VW Polos. Auf einer Karte könne der Bürger anklicken, wo das Auto stehe und den Fall beschreiben. Die Meldung werde der zuständigen Stelle in der städtischen Verwaltung zugewiesen. Im Internet sei zu sehen, was passiert. Der Hinweis „zugewiesen“ bedeute, dass sich die zuständige Stelle des Falls annimmt. Abschließend könnten die Bürger das Ergebnis lesen – gegebenenfalls, dass ein Problem aus bestimmten Gründen nicht zu lösen sei. Spöring lobte die Transparenz des Verfahrens.

Ein Vorteil sei, dass jeder sehen könne, ob eine Sache schon gemeldet worden sei, erzählte Pütz. Als Beispiele nannte er defekte Straßenleuchten, illegale Müllentsorgung oder Schäden an öffentlichen Wegen. Eine Landkreiskarte gebe es nicht – die wäre zu groß. Er lobte zudem die Transparenz des Verfahrens.

Der Bürger öffnet einfach per Klick die entsprechende Seite, gibt Nachnamen und E-Mail-Adresse an und kann aus zehn Kategorien die passende auswählen – darunter auch Anregungen und Ideen sowie sonstige Meldungen. Bilder können ebenfalls geschickt werden. Das Ganze ist mit Smartphones oder Tablets nutzbar.

Verwaltungsmitarbeiter entscheiden, ob der Hinweis online geht. „Ein Nachbarschaftsstreit kommt nicht mit rein“, sagte Pütz. Anhand von Fotos könne man sich schon mal einen Eindruck machen.

sal

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