Prozess wegen versuchten schweren Raubes

Mit dem Beil gegen die Schlafzimmertür

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Landgericht Verden

Bad Fallingbostel/Verden - Nichts hatte bei einem versuchten schweren Raub am Abend des 26. November 2017 in Bad Fallingbostel geklappt, doch das bewahrt die Täter nicht vor einer Strafverfolgung. Vier Angeklagte müssen sich derzeit vor dem Landgericht Verden verantworten. Drei Männer haben eine Tatbeteiligung eingeräumt. Unklar ist noch, welche Rolle eine 42 Jahre alte Angeklagte aus Bomlitz-Benefeld gespielt hat. Bei der eigentlichen Tatausführung war sie nicht beteiligt.

Einen Tag vor der Tat soll die Frau einem 43 Jahre alten Bekannten aus Bad Fallingbostel berichtet haben, dass ihr ehemaliger Lebensgefährte bei sich zu Hause Drogen im Wert von 30.000 Euro sowie 3500 Euro Bargeld habe. Laut Anklage soll sie die Männer zur Tat „bestimmt“ haben.

Am Abend des Folgetages soll sich der 43-Jährige zusammen mit einem befreundeten 38-Jährigen aus Bad Fallingbostel und einem ebenfalls 38 Jahre alten Arbeitskollegen aus Schwarmstedt auf den Weg zur Wohnung des angeblichen Groß-Drogenbesitzers gemacht haben – mit Pfefferspray, Messer und Fleischerbeil im Gepäck. Von diesen Dingen will der 38-Jährige aus Bad Fallingbostel aber nichts gewusst haben. Ohnehin will er an jenem Abend nur in der Absicht zu dem 43-Jährigen gegangen sein, um gemeinsam mit diesem zu trinken.

„Klingeln und warten bis er die Tür aufmacht“, erklärte der 43 Jahre alte Angeklagte den Tatplan. Der Türspion sei zugehalten worden. Auf das Klingeln habe jedoch niemand geöffnet. Der Bewohner der Wohnung sagte später im Zeugenstand, dass er geschlafen und wegen Ohrenstöpseln bei gleichzeitig lauter Musik das Klingeln nicht gehört habe. Erst später von der Polizei habe er erfahren, was vor seiner Tür los gewesen war. Gefunden wurden von den Beamten tatsächlich Drogen, aber nur 26 Gramm. Dafür wurde der Mann bereits verurteilt.

Ein Nachbar rief die Polizei

Auf das Sturmklingeln hatte ein Nachbar aus derselben Etage des Mehrfamilienhauses reagiert. Das Gericht wollte den 44-Jährigen und dessen Frau als Zeugen hören, doch beide waren der Ladung nicht gefolgt und bekamen jeweils 150 Euro Ordnungsgeld aufgebrummt.

Verlesen wurde die polizeiliche Aussage des Nachbarn. Dort hatte der 44-Jährige geschildert, wie er gestört von dem Lärm im Hausflur seine Wohnungstür aufgerissen habe. Vor ihm hätten drei maskierte Männer gestanden. Einer habe ihm sofort Pfefferspray entgegen gesprüht. Schnell sei er zurück ins Schlafzimmer und habe die Tür zugehalten.

„Ich wollte nur mit ihm reden. Dass er nicht die Polizei ruft“, behauptete der 43 Jahre alte Angeklagte. „Ich hätte niemanden verletzt“, betonte auch der Schwarmstedter. Jedoch habe er sein „Hackebeil“ zweimal in die Schlafzimmertür geschlagen. 

Sie hätten gehört, wie aus dem Schlafzimmer die Polizei alarmiert wurde und seien abgehauen. „Wir sind raus und der Polizei gleich in die Arme gelaufen“, so der 43-Jährige in einer etwas verkürzten Darstellung. Er habe 2,6 Promille gehabt, aber auch die anderen beiden Männer seien nicht nüchtern gewesen. Die Frau schweigt bislang zu den Vorwürfen. Der Prozess wird fortgesetzt. 

wb

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