Gesundheitsamt gibt Überblick über die Entwicklung der Pandemie

Bei Corona Glück gehabt

Eine Probeentnahme im März im Testzentrum am Heidekreis-Klinikum.
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Eine Probeentnahme im März im Testzentrum am Heidekreis-Klinikum.

Heidekreis – Mittlerweile ist es einige Wochen her: Am 2. Juni meldete Landrat Manfred Ostermann den Heidekreis Corona-frei. Dass das nur eine Momentaufnahme bleiben würde, war ihm und sicher auch allen anderen damals klar. Eine Tabelle, die das Gesundheitsamt Ende vergangenen Woche veröffentlicht hat, belegt allerdings, dass das Sars-Cov-2-Virus in der Heide kein leichtes Spiel hat. Die Zahlen entwickeln sich niedrig und Ahlden ist bislang immer noch Corona-frei.

Keinen einzigen der mittlerweile auf 117 angewachsenen laborbestätigten Corona-Fälle hat das Gesundheitsamt des Heidekreises in Ahlden festgestellt. „Da kann man nur sagen: Glück gehabt“, warnt Amtsarzt Dr. Andreas Happersberger. Auch wenn die Zahlen im Vergleich zu anderen Kreisen im Lande niedrig sind – „Wir sind einer der fünf besten Kreise in Niedersachsen“ – wagt der Gesundheitsamtsleiter keine Prognose für die Zukunft. „Das Infektionsgeschehen ist nicht absehbar“, macht er deutlich.

Zwei aktuelle Entwicklungen stimmen den Mediziner nachdenklich. Eine betrifft die Heidjer, die aus dem Urlaub zurückkommen. „90 Prozent der aktuell neu positiv getesteten Fälle sind Reiserückkehrer“, gibt er zu bedenken. Das Gesundheitsamt werde in diesen Tagen überschwemmt mit den Meldungen von Heimkehrern und dieses Gefährdungspotenzial dürfe man nicht unterschätzen. Auch als die ersten Fälle im März auftauchten, seien die Betroffenen aus dem Urlaub zurückgekehrt.

Eine weitere Gefahr sieht der Amtsarzt in einer wachsenden Gleichgültigkeit der Menschen, die sich auch aus der moderaten Entwicklung der Pandemie ergeben könnte. „Die Leute nehmen das nicht ernst genug und brechen die Hygiene-Regeln“, fürchtet Happersberger.

Er warnte davor, aus den von seiner Behörde veröffentlichten Zahlen zuviel herauslesen zu wollen. So wie es trotz der Verordnungen des Landes zur Eindämmung der Corona-Pandemie ein Glücksfall ist, dass Ahlden bisher vom Virus verschont blieb, sei es zu einem guten Teil ein Spiel des Zufalls, dass gerade die Stadt Schneverdingen mit 37 Erkrankungen mit Abstand am schwersten betroffen ist. Wirklich repräsentativ ist es sicher nicht, dass die Städte Walsrode und Soltau mit 19 und 16 Corona-Infektionen auf dem dritten Platz in der Rangliste nach Gemeinden liegen. Die Stadt Fallingbostel liegt mit ihren bislang sieben Corona-Patienten zwischen den viel ländlicheren Kommunen Rethem (fünf Fälle) und Bispingen (neun Fälle). Erfreulich wenig betroffene Schlusslichter unter den Gemeinden im Heidekreiss sind die Stadt Munster mit vier Fällen, der gemeindefreie Bezirk Osterheide mit drei Fällen, Neuenkirchen mit zwei und Wietzendorf mit einem Fall. Im Vergleich dazu wirkt die Stadt Schneverdingen geradezu wie ein Hotspot der Pandemie.

Von Ronald Klee

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