Becher aus biobasiertem Kunststoff

Heidekreis und 3N unterstützen Lauf-Event im Naturschutzpark

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Biopolymerbecher aus PLA.

Heidekreis – Der Heidekreis und das 3N-Kompetenzzentrum unterstützen den zweiten Lüneburger Heide-Staffellauf und den Ultramarathon am Samstag, 15. Juni, mit Bechern aus biobasierten Kunststoffen.

Mikroplastik in Meeren und Böden ist in den vergangenen Jahren zu einem immer größeren Umweltproblem geworden, denn viele Kunststoffe werden in der Natur nicht abgebaut, sondern zerfallen in kleine Partikel, heißt es in der Pressemitteilung. Kunststoffteile, die kleiner als 0,5 Millimeter sind, werden als Mikroplastik bezeichnet; dieses kann in die Nahrungskette von Tier und Mensch gelangen. 2017 fielen mehr als 18 Millionen Tonnen Verpackungsmüll bundesweit an. Jährlich werden an die drei Milliarden Einwegbecher, also rund 320 000 Stück pro Stunde, in Deutschland verbraucht und in den Müll geworfen.

Dem wollen der Heidekreis und das 3N-Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie entgegenwirken und mit den Veranstaltern des zweiten Lüneburger Heide-Staffellaufes zeigen, dass es anders geht.

Bei dem Lauf-Event, dessen Strecke durch den Naturpark Lüneburger Heide mit Start- und Zielpunkt in Lüneburg führt und ein gutes Stück durch den Heidekreis verläuft, werden diesmal nur Trinkbecher aus biologisch abbaubaren, natürlichen Polymeren verwendet.

Zum Einsatz kommen zwei unterschiedliche Becherarten. Im Zielbereich und an der Strecke werden an den Getränkestationen für die Läufer Becher aus PLA (auch Polymilchsäuren genannt) eingesetzt. PLA wird aus Stärke oder Zucker im mikrobiellen Prozess erzeugt, ist biologisch abbaubar und wird dabei in seine Grundbausteine Wasser und CO2 zerlegt. PLA ist recyclingfähig. 3N stellt aus gebrauchtem PLA beispielsweise 3D-Druck-Filamente her. Im Verbund mit Naturfasern können aus dem Restmaterial neue Werkstoffe entstehen. Inzwischen können Becher aus PLA im Handel erworben werden.

Im Zielbereich des Laufs werden darüber hinaus „Festival-BIOcups“ testweise verteilt. Sie bestehen aus dem Material PHBV, einem biologischen Polymer, das ebenfalls von Bakterien hergestellt wird. Auch PHBV wird im Boden bakteriell abgebaut und zeigt sehr gute Abbauraten in Meerwasser. Die„BIOcups“ sind aus einer Idee der Veranstalter des Northside Festivals in Aarhus, Dänemark, entstanden, die für ihr Event Festivalcups benötigen, die stoß- und sturzsicher sind, wiederverwendbar über eine ganze Veranstaltung vom Besitzer mitgeführt werden können und eine gute Größe für den Genuss von Softgetränken bieten.

In Kooperation mit Partnern des interregionalen Nordseeregion-Projektes Biocas wurde die Aufgabe angegangen. Das niederländische Unternehmen LIMMrecycling entwickelt zurzeit die mehrweg- und recyclingfähigen „Biocups“.

Biologisch abbaubare Materialien für Events zu verwenden, wird künftig ein Kriterium sein, um Veranstaltungen in naturnahen Räumen wie im Naturpark Lüneburger Heide umweltfreundlicher durchführen zu können. Dieser Herausforderung haben sich das 3N-Kompetenzzentrum und der Heidekreis, die Partner im NSR-Projekt „Biocas“ sind, gestellt und unterstützen die Veranstalter des Heide-Staffellaufes.

„Der Heidekreis befasst sich bereits seit einigen Jahren mit dem Thema Bioökonomie und nachhaltige Wirtschaft. Die Einrichtung eines Büros des 3N-Kompetenzzentrums in Bad Fallingbostel 2016 war dazu ein wichtiger Schritt. Gemeinsam über ein modernes Lauf-Event wie den Lüneburger Heide-Staffellauf nun auch zu zeigen, wie einfach nachhaltige Materialien genutzt werden können, passt zu den Klima- und Umweltanforderungen unserer Zeit“, so Landrat Manfred Ostermann.

Für Infos steht das 3N-Team während der Veranstaltung am Samstag im Zielbereich des Heidestaffellaufs im Pavillon auf den Sülzwiesen bereit. Mehr Infos gibt es direkt im 3N-Büro Heidekreis, Telefon 05162/ 8850474 oder heidekreis@3-n.info.

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