Bäuerinnen und landwirtschaftliche Fachkräfte besuchen das IfM

Kuhgesundheit entscheidend für die Milchqualität

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Die Besucher aus dem Heidekreis verfolgten aufmerksam die Erläuterungen von Jörg Buermeyer (2.v.r.).

Heidekreis/Verden - Um „top fit“ zu bleiben, besuchten Bäuerinnen und landwirtschaftliche Fachkräfte aus dem Heidekreis am Mittwoch das Institut für Milchuntersuchung (IfM) in Verden. Das Seminar schloss sich an die „Top-Fit“-Kurse der Landwirtschaftskammer (LWK) für Frauen an, die in Milchviehbetrieben tätig sind.

„Gerade im Winter bieten wir für diesen Bereich Fortbildungen an“, sagt Organisatorin Ulrike Schütz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Außenstelle Soltau-Fallingbostel. Außerdem sei das „Netzwerken“ untereinander und mit den Referenten oder besuchten Institutionen Ziel.

Hauptthema im Milchlabor war, die Qualität in Milchviehbetrieben zu sichern und optimieren. Zwar lag der Fokus auf der Milch, deren Gewinnung und Lagerung auf höchstmöglichem Hygieneniveau, Referent Jörg Buermeyer machte aber deutlich, wie wichtig Kuhgesundheit und eine qualitativ hochwertige Haltung seien.

Mehrfach thematisierte der Laborleiter des IfM auf Nachfrage der Teilnehmerinnen die Mastitis, die Entzündung der Milchdrüsen. Diese spielt für den Verbraucher keine Rolle. Für Betriebe bedeute sie laut Buermeyer aber wirtschaftliche Verluste. Dazu gehören Mehraufwand und -kosten für die Behandlung, Milchausfall, Frühgeburten und im schlimmsten Fall die Schlachtung der erkrankten Kuh.

„Mastitiserreger, Bakterien und Viren, sind Umweltkeime die sich fast überall in der Umwelt der Kuh befinden“, erklärt ein Milcherzeuger auf Nachfrage. „Begünstigende Faktoren für eine Mastitis sind Stress, verschmutzte Liegeboxen, schlechte Melkhygiene, zu viele Kühe im Stall, Schimmel im Futter. Generell gilt: Je gesünder die Kuh, desto geringer die Anfälligkeit gegenüber einer Mastitis.“

„Hygiene ist kein wirkliches Thema“, beruhigt Buermeyer. Das würden die 3,9 Millionen untersuchten Milchproben im Jahr belegen. Am Beispiel untersuchter Proben auf Hemmstoffe aus dem Jahre 2014, das sind Rückstände von Antibiotika, lieferte Buermeyer Zahlen: „Von 292523 untersuchten Proben waren 121 positiv, das sind 0,04 Prozent.“

Neben der Mastitis bewegte die Teilnehmerinnen das Thema: „Ist Weidemilch besser als die aus dem Stall?“ Buermeyer: „Das ist so. Was mir aber am Herzen liegt: Es gibt nicht die gute und die schlechte Milch. Der große Unterschied ist das Frischfutter. Die Milch ist besser. Sie besteht aus mehr kurzkettigen, ungesättigten Fettsäuren. Und, wenn etwas schmeckt, dann ist das Fett.“ Im Winter sei das Frischfutter natürlich ein Problem.

„Wer garantiert mir aber, dass die Kühe Weidegang haben“, fragte ein landwirtschaftliche Fachkraft. „Der Vertrag“, antwortete eine Teilnehmerin. Die Betriebe müssen sich für 120 Tage „Freigang“ verpflichten.

In Niedersachsen sei die Anbindehaltung seit 2016 nicht mehr erlaubt. Seit Jahren halte der Großteil der Betriebe seine Kühe in Laufställen.

Das IfM beprobt über die liefernden Molkereien 300000 Kühe von 3200 Betrieben, von denen durchschnittlich jeder 96 Kühe hält. Untersucht wird auch die Milch von Schafen, Ziegen und Lamas. Trächtigkeitsuntersuchungen sind seit Neuestem ebenfalls über die Milch möglich. „Unsere Spezialität ist die Zusammenarbeit mit der Muttermilchboerse.de für Frauen“, erzählt der Referent.

bd

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