Landrat Ostermann: „Es ist noch nicht zu spät“ 

300 Ausbildungsplätze offen

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Die Grafik zeigt die Entwicklung der Bewerberzahlen im Vergleich zu den Ausbildungsstellen im ganzen Heidekreis sowie im Nord- und Südkreis. Datenquelle ARGE Celle. 

Bad Fallingbostel - Landrat Manfred Ostermann machte den Schulabgängern des Heidekreises Mut: „Es ist noch nicht zu spät. Es mach noch Sinn, eine Ausbildung zu beginnen, obwohl das Ausbildungsjahr bereits am 1. August begonnen hat.“ 

Denn noch 286 Bewerber seien im Heidekreis ohne Ausbildungsplatz. Demgegenüber stünden noch 300 freie Ausbildungsstellen. Bei einem Pressegespräch mit Ausbildungsexperten im Kreishaus fordete Landrat Ostermann die anwesenden Fachleute von der Arbeitsagentur, die Leiter der Berufsbildenden Schulen (BBS) und den Leiter der Volkshochschule zum Schulterschluss auf, um den noch suchenden Schulabsolventen einen Ausbildungsplatz zu vermitteln.

Der Vertreter der Geschäftsführung Agenturbezirk Celle Andreas Geier wies daraufhin, dass es keine zeitlichen Ausschlussfristen für den Beginn einer Ausbildung gäbe. Allerdings merkte der Leiter der BBS Walsrode, André Kwiatkowski, an, dass unbedingt noch vor den Herbstferien die Berufsausbildung starten sollte, weil sonst der Rückstand zu groß werden würde.

Die Leiterin der BBS Soltau, Gaby Tinnemeier, betonte: „Die berufliche Sozialisation der Jugendlichen ist enorm wichtig.“ Durch Maßnahmen wie Speeddating werde versucht, den ersten Kontakt zwischen den potentiellen Auszubildenden und den Betrieben herzustellen.

Der Experte des Agenturbezirks, Andreas Geier, empfahl den Betrieben ihrerseits von den sogenannten Hundert-Prozent-Kandidaten abzuweichen, da es auch vielseitige Hilfestellungen von der Argentur bei Problemen mit der Qualifikation der Bewerber zum Nachbessern gäbe. So würden beispielsweise im Bereich Mathematik besondere Nachhilfemaßnahmen organisiert.

Andererseits müsste bei den Jugendlichen dafür gesorgt werden, dass ein stabiler Berufswunsch entstehe. Dazu könne auch die Ausbildungsmesse Work & Life Heidekreis vom 22. September bis 24. Septmber in der Heidmark-Halle, Soltauer Straße 39, in Bad Fallingbostel, ihren Teil beitragen.

Schließlich seien 54 Prozent der Stellen im Handwerk, 43 Prozent im Verkauf und 42 Prozent in der Gastronomie noch vakant und sicherlich fehle einigen Absolventen eine detaillierte Vorstellung von den jeweiligen Berufsbildern. „Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig“, waren sich die Exoerten einig.

Glücklicherweise habe sich der Ausbildungsmarkt gewissermaßen gedreht, ergänzte Landrat Ostermann und es gäbe seit einigen Jahren mehr freie Stellen als Bewerber.

Laut Arbeitsagentur suchen die Betriebe im Heidekreis noch 20 Auszubildende als Koch, 17 als Restaurantfachleute, 24 für die Systemgastronomie, 13 Lebensmittelfachverkäufer, elf Altenpfleger, neun Anlagenmechaniker, sieben Dachdecker, sechs Bäcker, sieben Einzelhandelskaufleute und 17 Verkäufer. Alle seien interessante und abwechslungsreiche Ausbildungsberufe. 

lee

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