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Der Heidekreis ist auf neue Flüchtlinge vorbereitet

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Ein Zaun, dahinter parkende Autos und ein großes Gebäude.
Die Heinrich-Kemner-Halle in Krelingen stand ebenfalls für Flüchtlinge zur Verfügung. © Müller

Bad Fallingbostel – „Das konnte ich nicht begreifen und möche ich auch so nie wieder erleben“, sagte Fallingbostels Bürgermeister Rolf Schneider. Er hatte vor rund drei Wochen auf dem Bahnhof in der Kreisstadt vor einer größeren Gruppe von Flüchtlingen aus der Ukraine gestanden, die nicht mehr wussten, wohin sie – vollgepackt mit Koffern und mit vielen Kindern – gehen sollten.

Gemeinsam Problem gelöst

„Wir haben das alles lösen können, dank vieler ehrenamtlicher Menschen in unserer Stadt, dank der Hilfsorganisationen und in engster Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung. Und mit den Busfahrern, die unentgeltlich ihre Fahrzeuge zur Verfügung stellten.“ Aber es seien bewegende, fast schon einsame Momente gewesen.

Anlaufstellen hatten keine Vorabinformation an den Heidekreis geschickt

Dass am vergangenen Wochenende die Flüchtlingswelle im Heidekreis überschwappte, vor allem am Samstag, lag unter anderem an den sogenannten Anlaufdokumenten, die jeder Ukrainer mitbrachte. Die Anlaufstellen in Berlin und Hamburg hatten sie damit ohne Vorinformation an den Landkreis nach Fallingbostel-Oerbke geschickt. „Und so waren wir mit vielen anderen Helferinnen und Helfern den ganzen Tag unterwegs“, berichteten der Bürgermeister und Landrat Jens Grote übereinstimmend. Grote hatte sich in endlosen Gesprächen mit Berlin dafür eingesetzt, dass endlich ein vernünftiges Konzept für die Ankunft der leidgeprüften Menschen gefunden wird. Und nach der Situation am Wochenende, als 550 Menschen plötzlich mit zwei Zügen auf dem Fallingbosteler Bahnhof ankamen, scheint sich die Situation leicht zu beruhigen.

Alle Menschen untergebracht

Wichtig war für Rolf Schneider: „Am Wochenende hat kein Flüchtling frieren müssen. Wir haben viele zusätzliche Möglichkeiten gefunden, die Menschen unterzubringen, beispielsweise auch in der Jugendherberge. Alle haben ihren Schlafplatz erhalten.“

Weitere Flüchtlinge erwartet

Jens Grote spricht von einer leichten Entspannung, „aber wir müssen davon ausgehen, dass noch mehr Flüchtlinge in den Heidekreis kommen.“ Die Heinrich-Kemner-Halle in Krelingen stehe zunächst einmal wieder leer. Auch die Sporthalle im Walsroder Schulzentrum sei zwar auf Notlagen vorbereitet, aber werde zurzeit nicht mehr genutzt. In Bad Fallingbostel stehe derzeit nur die Heidmark-Halle, die nicht mehr voll belegt sei, zur Verfügung. Die Verantwortlichen seien jeden Tag, jede Stunde, auf neue Flüchtlingsgruppen vorbereitet, sagte der Landrat.

Lob für gute Zusammenarbeit aller Beteiligten

Selten hätten die Kommunen und der Landkreis so gut harmoniert wie in diesem Krisenfall, war immer wieder aus den Kommentaren herauszuhören. Auch die Rettungsorganisationen, DRK und Johanniter, die vor allem in Krelingen und Bad Fallingbostel eingesetzt sind, hätten hervorragend zusammengearbeitet.

Kein zweites Verteilzentrum

Wichtig sei, betonte Grote, dass auch Berlin mitspiele. „Wir dürfen kein zweites Verteilzentrum für die ukrainischen Flüchtlinge in Deutschland werden.“  mü

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