Strukturveränderungen im Camp West in Bad Fallingbostel / Informationsveranstaltung

Ankunftszentrum mit beschleunigter Registrierung

Zahlreiche Besucher wollten wissen, wie es mit den Camps in Bad Fallingbostel weitergehen soll. - Foto: Wehler

Bad Fallingbostel - Bad Fallingbostels Bürgermeisterin Karin Thorey und die evangelische Kirche hatten zu einem Infoabend über die angelaufenen Strukturveränderungen im Flüchtlingscamp West in die Sankt-Dionysius-Kirche eingeladen. Das Camp soll ein Ankunftszentrum werden. Die Informationen über die Arbeitsstruktur der Landesaufnahmebehörde (LAB) und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vor Ort blieben während der Veranstaltung allerdings vage.

Das von den Johannitern geleitete Camp war zuvor „heruntergefahren“ worden. Flüchtlinge befanden sich vorübergehend keine mehr dort. So sollte ein Neustart möglich werden.

Im Augenblick kämen weniger Flüchtlinge, so Heike Strahler vom Niedersächsischen Innenministerium. Die Menschen reisten entweder per Zug von der bayerischen Grenze nach Laatzen und von dort mit einem Bus nach Bad Fallingbostel. Andere kämen, ebenfalls per Bus, aus anderen Notaufnahmelagern in Niedersachsen. Aktuell befänden sich im Camp West 171 Flüchtlinge in der direkten Registrierung. Im Camp Ost laufe alles wie bisher – mit zurzeit etwa 1400 Menschen, berichtete der dortige Leiter, Reiner Heming vom DRK-Kreisverband.

Wie das beschleunigte Registrierungsverfahren im Einzelnen laufen soll, blieb vage. Klar war: Sind die Flüchtlinge im Ankunftszentrum angelangt, beginnt am nächsten Morgen die Registrierung durch die LAB. Bei den BAMF-Mitarbeitern werden die Asylanträge gestellt. Nach fünf bis sieben Tagen sollen die Ankömmlinge den Kommunen zugewiesen werden.

Zweifelsfälle sollen im Camp Ost untergebracht werden. Wenn die Flüchtlingsströme wieder anstiegen, sollten dort direkt Bewohner hingeschickt werden. Unrealistisch sei, dass für bestimmte Personen aus Syrien und dem Irak der Asylantrag binnen 48 Stunden vor Ort entschieden werde, berichtete Heike Strahler. Etliche Besucher des Infoabends nahmen an, dass das Asylverfahren so nicht entscheidend beschleunigt werde.

Moderatorin Antje Diller-Wolff erkundigte sich bei Polizeiinspektionsleiter Stefan Sengel, ob es eine besondere Sicherheitslage gebe und wie sich die Polizei auf die neue Situation eingestellt habe. Sengel gab sich gelassen. Es gebe keine besondere Sicherheitslage, und die wenigen bisher angezeigten Straftaten durch Flüchtlinge seien akribisch und sorgfältig abgearbeitet worden. Die Umstrukturierungen im Camp West erforderten keine besonderen Maßnahmen durch die Polizei. - hf

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