Landgericht muss psychische Verfassung eines 26-jährigen Dorfmarkers klären

Angriffe mit Schwert und Hammer

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Dorfmark/Verden – Ist ein 26 Jahre alter Beschuldigter aus Dorfmark gefährlich für die Allgemeinheit und muss in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden? Diese und andere Fragen hat derzeit das Landgericht Verden zu klären.

Im Februar 2019 soll der 26-Jährige einen 51 Jahre alten Einwohner der Ortschaft mit einem Schwert angegriffen haben. Außerdem wird ihm ein Angriff mit einem Vorschlaghammer auf zwei Wachmänner im Oktober 2019 im militärischen Sicherheitsbereich des Truppenübungsplatzes Bergen vorgeworfen. Nicht die einzigen Tatvorwürfe, doch nur um diese beiden Fälle geht es in dem Sicherungsverfahren.

Während der Beschuldigte zu den Vorwürfen schweigt, haben die Geschädigten am ersten Verhandlungstag ausführlich ausgesagt. Insbesondere der 51-Jährige scheint die Geschehnisse selbst nach eineinhalb Jahren noch nicht vollständig verarbeitet zu haben.

Es war der 12. Februar 2019, gegen 8 Uhr. Sein erster Gang war zur Haustür, um seinen Hund in den Garten zu lassen. „Beim zweiten Blick sah ich ihn“, schilderte der Zeuge. Der 26-Jährige warf Steine. Darauf angesprochen, habe er „irgendwas Verrücktes in Verbindung mit der Schweiz gesagt“. Die Pupillen seien auffällig gewesen. „Ich dachte, der ist voll auf Droge.“

Dann habe der 26-Jährige aus seiner Jacke ein Schwert gezogen. „Blitzschnell“, so der Zeuge. „Mein Gedanke war, dass er meinem Hund den Kopf abschlägt“, berichtete der 51-Jährige und kämpfte mit den Tränen. Er habe den Hund gerufen, weg von dem Angreifer. Der Hund sei wieder hingelaufen, er hinterher. Der 26-Jährige sei auf ihn zugekommen. „Hilfe, ein Irrer“, habe er in seiner Angst gerufen.

Einer seiner Besucher sei rausgekommen. „Er ging auf uns beide los. Das war ein Film, ein richtiger Film. Ich habe gedacht, jetzt ist es um. Das gezogene Schwert war nicht nur Drohgebärde.“ Der Zeuge demonstrierte, wie der Beschuldigte die Waffe geschwungen habe. „Ich habe gedacht, der bringt uns um.“ In Richtung der Männer habe der 26-Jährige das Schwert gestoßen. Eine Flucht ins Haus sei nicht möglich gewesen.

Irgendwann sei der Beschuldigte gegangen. Der Zeuge rief die Polizei, folgte dem Mann mit seinem Auto. Mit dem Schwert sei der 26-Jährige in eine Bäckerei und danach wieder in Richtung des Hauses des Zeugen gegangen. „Ich sollte nicht auflegen, wollte aber zu Hause anrufen. Dann bog er tatsächlich in unserer Straße. Wie sollte ich die Männer warnen“, schilderte der Zeuge mit gebrochener Stimme. Steinwürfe, Sachbeschädigungen habe es bei ihm noch gegeben und, als die Polizei eintraf, Widerstandshandlungen gegen die Beamten.

Am 20. Oktober 2019 traf Wachpersonal im militärischen Sicherheitsbereich des Truppenübungsplatzes Bergen auf den Beschuldigten. „Bei Schranke 16 Alpha kniete er bei Regenwetter mitten auf der Straße“, berichtete ein 33 Jahre alter Wachmann. „Ich schiebe hier auch Wache. Können sie mir helfen, mich bei der Bundeswehr zu bewerben“, habe der Angeklagte sie gefragt.

Kurz darauf habe der Beschuldigte hinter einem Baum einen Vorschlaghammer hervorgeholt, damit eine Scheibe des Fahrzeugs zerschlagen und die Männer angegriffen. Trotz zweier Warnschüsse habe er den Hammer nicht fallen lassen. Als Verstärkung eintraf, konnte der Mann überwältigt werden.

Die Staatsanwaltschaft wertet die Geschehnisse als versuchte gefährliche Körperverletzung, leichte Körperverletzung und Widerstandshandlungen. Begangen jedoch im Zustand der Schuldunfähigkeit. Aktuell ist der 26-Jährige aufgrund einer vorläufig geltenden Entscheidung in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Bereits kommende Woche soll darüber entschieden werden, ob er dort unbefristet bleiben wird.  wb

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