Immer mehr Landwirte bauen Dinkel und Buchweizen an

Alternatives Getreide auf dem Vormarsch

Harry Meyer hockend auf einem Feld mit grünen Jungpflanzen.
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Harry Meyer baut Dinkel an. Im Herbst hat er 53 Hektar bepflanzt. Noch sind die Pflanzen klein.

Heidekreis – Landwirt Harry Meyer steht vor seinem weiten Feld zwischen Diekhus und Texas bei Mengebostel und zeigt dort die ersten kleinen Dinkelpflanzen. Es ist ein kalter Herbsttag auf einer der höher gelegenen Flächen der Region. Im Oktober hat er das wieder in Mode gekommene Getreide auf einer Fläche von 53 Hektar ausgesät. „Erst im Frühjahr werden wir mehr sehen können, wenn sich die Natur wieder erholt“, sagt Meyer.

Irgendwann blüht der Dinkel, und im Juli wird der junge Landwirt, der sich auf dem alten Lüders-Hof, direkt an der B 209, auf Getreide spezialisiert hat, die kräftigen Ähren, die fast wie Weizen aussehen, ernten können.

Dinkel-Vesen als Einstreu in Ställen

„Dieses Jahr war beim Dinkel alles gut“, sagt der Landwirt. Der Feuchtigkeitsgehalt der Körner, die beim Drusch noch mit schützenden sogenannten Vesen umgeben sind, lag bei ordentlichen 14,5 Prozent. Die Vesen wandern als Einstreu in die Ställe von Milchviehhaltern und das Getreide transportiert Meyer zur Raiffeisen Centralheide nach Schwarmstedt. Hier wird es mit einer speziellen Maschine geschält.

Dieter Fricke, Leiter der Getreideabteilung bei der Raiffeisen Centralheide in Soltau, schildert den weiteren Vermarktungsweg: Die Körner gehen an die verschiedenen Mühlen im Land, und das Mehl wird anschließend an den Großhandel und Firmen abgegeben, zum Beispiel Bäckereien aus dem Heidekreis.

Getreide aus der Region soll auch in der Region genutzt werden

Fricke, Nebenerwerbslandwirt in Hamwiede mit einigen Mutterkühen, hatte die Idee, die heimische Wirtschaft für das „neue“ Getreide zu interessieren, zu sagen, dass Getreide, das in der Region wächst, auch hier genutzt werden sollte.

Dinkel wird immer beliebter

Harry Meyer gehört zu den Bauern, die gern neue Ideen aufnehmen. Er versucht sich immer wieder an verschiedenen Getreidesorten, die man auch in der Heide gut anbauen kann. Dinkel, ein eher unkompliziertes Getreide, wird im Heidekreis immer beliebter.

Klaus Grünhagen, Geschäftsführer des Landvolks in Fallingbostel, berichtet, dass hier bereits auf einer Fläche von nahezu 500 Hektar die Pflanze angebaut wird. „Die Nachfrage steigt ständig“, sagt er.

Wachsendes Interesse an Buchweizen

Auch bei einem anderen uralten Produkt, damals noch als Getreide für die armen Menschen der Heide bestimmt, scheint es ein wachsendes Interesse zu geben. Der Buchweizen, der lange Zeit in Vergessenheit geraten war, steht auf sandigen Böden besonders gut.

Der Rödershöfer Landwirt Peter Fastenau hat auf einigen Hektaren Buchweizen ausgesät und geerntet. Hier geht es um Saatgutvermehrung. „Das Interesse der Kunden wird immer größer“, sagt Fastenau, der Früchte und Getreide anbaut, Waldwirtschaft betreibt und Ferien auf dem Bauernhof anbietet. Mit immer wieder neuen Produkten steigt er in das Getreideprogramm ein. Dieter Fricke hält mit ihm Kontakt. Die beiden tauschen sich aus – Experten unter sich.  mü

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