„Aktives Management“ gefordert

Kreistag beschließt Resolution zum Wolfsbestand

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Die Wolfspopulation im Heidekreis soll reguliert werden. Das wünscht sich der Kreistag. Die Politiker haben eine entsprechende Resolution an Land, Bund und EU-Kommission beschlossen. 

Sie war der herausragende Tagesordnungspunkt der Kreistagssitzung in Bad Fallingbostel: die Verabschiedung einer Resolution zum Wolfsbestand im Heidekreis. 

Heidekreis – Eingebracht von der CDU-Fraktion, ergänzt und leicht verändert von der SPD und ihrem Sprecher Sebastian Zinke, unterstützt von der FDP mit Tanja Kühne an der Spitze, ging das Papier schließlich bei sechs Enthaltungen der Grünen/Bündnis 90 und einer Gegenstimme mehrheitlich durch.

„Wir müssen etwas gegen den starken Wolfsbestand im Heidekreis unternehmen, müssen die Landespolitik auf unsere Seite bringen“, sagte CDU-Sprecher Henrik Rump aus Schwarmstedt. Der Heidekreis sei schließlich die Geburtsstätte der Wolfspopulation in Niedersachsen gewesen, man habe junge Wölfe regelrecht „angefüttert“. Und nun seien sieben bis neun Rudel im Heidekreis aktiv, werden Jahr um Jahr mehr Tiere erwartet. „Wir können unsere Kinder gar nicht mehr allein in den Wald gehen lassen.“

Kreistags-Vorsitzender Karl-Otto Ripke gab seine Leitung kurz an seine Vertreterin Franka Strehse ab, wollte für einen Augenblick nur „Zeitzeuge“ sein: „Ich habe in meinem Revier den Leitwolf des Rodewalder Rudels gesehen. Er ist ein schlaues Tier und nicht zu übersehen. Jetzt kommen die Vollmondnächte. Man kann die Tiere besser entdecken.“ Ripke berichtete von „schrecklichen Bildern“, die ihm ein Tierarzt von qualvoll verendenden Schafen und Fohlen gezeigt habe. „Wir müssen etwas tun.“ Auch weil der Deichschutz im Heidekreis funktionieren müsse, dürfe kein Angriff mehr auf Schafe passieren, auch nicht in den Heidegebieten, wo die großen Herden weideten. Der Raum für die Wölfe müsse eingeengt werden. Zäune reichten längst nicht mehr.

In der Resolution werden das Land, der Bund und die EU-Kommission aufgefordert, einen angemessenen Kurs beim Thema Wolf einzuschlagen. Der Kreistag erwarte, dass Anstrengungen für einen Wechsel von einem passiven zu einem aktiven Wolfsmanagement unternommen werden, sodass die verhaltensauffälligen Wölfe, zum Beispiel das Rodewalder Rudel, zum Abschuss frei gegeben werden können. Nur so könne die großflächige Ausdehnung von Nutztierrissen und die weitere Annäherung an den Menschen verhindert werden.

Populationsregulierung sei wichtig

Der Wolf solle ins Jagdrecht aufgenommen werden. Im Rahmen eines aktiven Wolfsmanagements sei eine qualifizierte Populationsregulierung wichtig. Der Kreistag fordert volle Transparenz über die wirkliche Zahl der Wölfe in Niedersachsen und Deutschland, um daraus ein wirksames Wolfsmanagement ableiten zu können.

Weite Teile des Heidekreises könnten nicht wolfssicher eingezäunt werden, da es in der Praxis undurchführbar und zudem nicht finanzierbar sei. Zusätzlich würde der Lebensraum aller anderen Tierarten begrenzt. Um die Weidetierhaltung im Heidekreis zu schützen und der ländlichen Bevölkerung wieder ein friedliches, selbstbestimmtes Leben zurückzugeben müsse der Wolfsbestand begrenzt werden.

Viele junge Familien verunsichert

Wölfe, die durch Dörfer ziehen, vorbei an Kindergärten und Bushaltestellen, seien keine Seltenheit. Viele junge Familien seien verunsichert und fühlten sich mit der Bedrohungslage allein gelassen. Wahre der Wolf nicht die natürliche Distanz zum Menschen und liege ein atypisches Verhalten vor, müsse er entnommen werden.   

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