Aktion von Bäckerinnung, Verein „Frauen helfen Frauen“ und Gleichstellungsbeauftragten

„Gewalt?! ... kommt nicht in die Tüte“

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Gleichstellungbeauftragte stellten mit den Bäckerinnungsvorständen Dirk Wrogemann (vorne links) und Claudia Wolther (hinten links) die Aktion vor.

Dorfmark - Die Bäckerinnung des Heidekreises demonstriert Einigkeit mit dem Verein „Frauen helfen Frauen“ und den Gleichstellungsbeauftragten. Ab Sonnabend gehen zum inzwischen zehnten Mal 20000 Brötchentüten mit der Aufschrift „Gewalt?! ... kommt nicht in die Tüte“ über die Ladentische. Anlass für die Aktion ist der internationale Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“ von Terre des Femmes am 25. November. 15 Bäckereibetriebe mit 30 Verkaufsstellen sind daran beteiligt.

Mit der Brötchentüten-Aktion soll das Thema „Gewalt gegen Frauen“, das noch häufig tabuisiert wird, ins öffentliche Licht gerückt werden.

Bei häuslicher Gewalt gegen Frauen spielen neben den Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen und des Landkreises das Frauenschutzhaus und der Verein „Frauen helfen Frauen“ eine wesentliche Rolle. Der 1987 gegründete Verein mit aktuell 89 Mitgliedern ist anerkannt für „Beratung und Intervention bei häuslicher Gewalt“ (BISS). Nach Polizeieinsätzen bei häuslicher Gewalt wird der Verein per Fax informiert und kann Kontakt zu den Betroffenen aufnehmen.

Werden Frauen und Kinder vorübergehend aus der Familie genommen, so werden sie nach vorheriger Absprache oft von der Polizei direkt in das vom Verein betriebene Frauenschutzhaus gebracht. Laut Frauke Flöther, Vorsitzende von „Frauen helfen Frauen“, wurden im vergangenen Jahr 238 Frauen (2013 waren es 217) an die Einrichtung vermittelt. Vier hätten sich von sich aus gemeldet. Hinzu seien 33 Männer gekommen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden seien und Beratung gesucht hätten. Von allen betroffenen Frauen hätten nur 89 ein persönliches Beratungsangebot angenommen. Man setze deshalb stark auf telefonische Beratung. Es gibt es ein bundesweites Hilfstelefon mit der Nummer 08000/116016.

Im Frauenschutzhaus wurden 2014 19 Frauen im Alter von 21 bis 52 Jahren mit 16 Kindern vorübergehend, durchschnittlich für 31 Tage, aufgenommen.

Priska Wethkamp sagte, dass in jüngster Zeit dort auch Migrantinnen betreut würden. Frauke Flöther und Cristine Idrizaj aus Bomlitz wiesen darauf hin, dass Sorge getragen werden müsse, dass die Flüchtlinge in den Camps in Bad Fallingbostel erfahren, wie die deutsche Gesellschaft in Sachen Gleichstellung der Frau aufgestellt sei.

Die Bäckerinnung hofft, mit den speziell bedruckten Brötchentüten Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen. In der Dorfmarker Filiale von Wolthers Brotkate fiel am Montag der Startschuss der Kampagne. Dirk Wrogemann, Obermeister der Heidekreis-Bäckerinnung, zeigte sich zufrieden, dass sich 15 der 21 Mitgliedsbetriebe beteiligen. Die hiesigen Bäckereibetriebe würden über 50 Prozent Frauen beschäftigen. Da sei es selbstverständlich, dass man sich als Bäckermeister für die Belange der Frauen einsetze.

hf

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