Autobahnausbau bei Bad Fallingbostel

A7: Nervenprobe für Autofahrer erst in einem Jahr

Autobahn-Abschnitt bei Bad Fallingbostel.
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Auf gut eine Viertelmilliarde Euro kommt der sechsspurige Ausbau der A 7 zwischen Soltau und Walsroder Dreieck (Bild). Aktuell beschäftigen sich die Planer vor allem mit dem Lärmschutz im Bereich Bad Fallingbostel.

Die nächste Staufalle auf der A7 zeichnet sich ab. Allerdings gibt die Autobahn-GmbH Entwarnung. In diesem Jahr wird es noch nichts mit dem Ausbau zwischen den Abfahrten Bad Fallingbostel und Dorfmark.

Heidekreis – Manchmal grenzt ein ganzes Wohngebiet an, in Bad Fallingbostel zum Beispiel am Rande der Voigteistraße, mal sind es Einzelhöfe, mal kleine Dörfer wie Vierde, mal größere Orte wie Dorfmark. Und das macht es schwierig. Sie alle liegen in Sichtweite zur A7, mal 50 Meter entfernt, mal einen halben Kilometer, und damit steht fest, es dröhnt.

Lastwagen, deren Motoren- und Fahrgeräusche bis weit über den Seitenstreifen hinaus dringen. „Lärmschutz ist gegenwärtig eines der zentralen Themen, das wir abarbeiten“, sagt Gisela Schütt von der neuen Autobahn-GmbH Verden, in deren Einzugsbereich der sechsspurige Ausbau der A 7 fällt.

Nachdem der erste Abschnitt zwischen Walsroder Dreieck und Bad Fallingbostel längst freigegeben ist, befindet sich aktuell der zweite Abschnitt in der Planung. Exakt neuneinhalb Kilometer von Bad Fallingbostel bis zur Auffahrt Dorfmark, auf denen demnächst die Bagger rollen können, wenn sie denn dürften. Die Pläne liegen seit anderthalb Jahren vor, im November des Jahres 2020 hatten sowohl Anlieger als auch die Träger öffentlicher Belange, Umweltschutz-Verbände beispielsweise, sie alle hatten die Möglichkeit, Kritik oder Verbesserungsvorschläge zu äußern – und jetzt steht dem ersten Spatenstich nichts mehr im Wege? Sehr wohl. „Das ganze nennt sich Planfeststellungsverfahren“, sagt Schütt, und das ziehe sich hin. „Mit dem Baustart müssen wir noch warten. Im Jahr 2022 wird das nichts mehr.“

Aktuell seien vor allem Lärmschutzfragen zu klären. Welche Ausmaße muss die neue Lärmschutzwand haben, der aktive Lärmschutz also? Wird passiver Lärmschutz benötigt, neue und schalltechnisch besonders isolierte Fenster? Wie kann, wie muss jedem einzelnen geholfen werden, ehe gerichtsfeste Ergebnisse zustande kommen – das sind die Stolpersteine, die gegenwärtig zu umkurven sind. Und selbst wenn alles irgendwie geregelt ist, ist noch längst nicht alles klar. „Am Ende des Planfeststellungsverfahrens haben Betroffene einen Monat Zeit, Klage einzureichen.“

Mit den Stellungnahmen zu den Ausbauplänen geht die Autobahn-GmbH offen um. Sie stehen im Internet. 32 Schreiben von Trägern öffentlicher Belange sowie sieben private Einwendungen seien eingegangen. Unter anderem gehe es bei der breiter werdenden Autobahn um landwirtschaftliche Flächen, die in Anspruch genommen werden, um das Bewirtschaften der Restflächen, was erschwert werde, um Einschränkungen von Gewerbebetrieben, um vieles mehr.

Oftmals ist es gar nicht der Straßenbau an sich, der zu Beeinträchtigungen führt, oft sind es die begleitenden Maßnahmen. Eine Reihe von Brücken müsse neu gebaut werden, unter anderem im Zuge der Voigteistraße, für das Anschlussgleis im Bereich Dorfmark/Oerbke und über einige Bäche. Besonderes Augenmerk gelte zudem dem Naturschutz. Die Querungsmöglichkeit für Wildtiere über den Forellenbach, Oerbker Bach und Steinbach werde aufgeweitet, heißt es. Maßnahmen, die wiederum zusätzlichen Lärmschutz auslösen.

Dieses ganze Bündel will in den nächsten Monaten entflochten und in konkrete Bauprojekte umgewandelt werden. Erfüllt sind die Vorgaben damit freilich immer noch nicht. „Der durch den Straßenbau entstehende Eingriff in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild wird durch landschaftspflegerische Maßnahmen im Bereich und im Umfeld der Baumaßnahme ausgeglichen“, heißt es weiter.

Alles nicht nur zeitraubend, sondern auch nicht ganz billig. Für den Komplettausbau der 32 Kilometer zwischen Soltau und Walsroder Dreieck hatte der Bundestag vor knapp zehn Jahren die atemberaubende Summe von einer Viertelmilliarde Euro freigegeben. Allein in die acht Kilometer vom Dreieck Walsrode bis zur Abfahrt Bad Fallingbostel sind 71 Millionen geflossen. Das Verkehrsaufkommen auf diesem Teilstück der A7 wird aktuell mit rund 60 000 Fahrzeugen pro Tag angegeben. In zehn Jahren, so die aktuellen Hochrechnungen, seien es rund 7 000 mehr.

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