Vier Jahre und zwei Monate Haft

272.000 Euro ergaunert

Bad Fallingbostel/Verden - Rund 272.000 Euro hat ein 64 Jahre alter Angeklagter aus Bückeburg mit ergaunerten Baudarlehen erlangt. Am Mittwoch wurde der Bankkaufmann im Ruhestand von der 7. Großen Strafkammer des Landgerichts Verden wegen Betrugs in drei Fällen und einem versuchten Betrug mit mittelbarer Falschbeurkundung und Urkundenfälschung zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Das Geld wird eingezogen.

Der 37 Jahre alte Sohn aus Porta Westfalica und ein 58 Jahre alter Angeklagter aus Bad Fallingbostel wurden zu jeweils zweijährigen Bewährungsstrafen verurteilt.

Geldwäsche, Betrug, Beihilfe zum Betrug

Bei dem 37-Jährigen, verurteilt wegen Geldwäsche, Betrug und Beihilfe zum Betrug, unterliegen nach den Feststellungen des Gerichts knapp über 55.000 Euro der Einziehung. Der 58-Jährige, der zum Tatzeitpunkt in Pennigsehl lebte, wurde wegen dreifacher Beihilfe zum Betrug verurteilt, es sind 10.700 Euro einzuziehen. Bei allen drei Angeklagten gelten zwei Monate wegen rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung als vollstreckt. Wegen des Wechsels eines Vorsitzenden Richters nach Bremen war das Verfahren ausgesetzt worden.

Hinzu kam ein „komplexer Sachverhalt“, wie es in der Urteilsbegründung hieß. In der Anklageschrift wurden von der Staatsanwaltschaft Verden 95 Zeugen benannt, über 600 Urkunden hätten in das Verfahren eingeführt werde müssen. „Alles aufzuklären, wäre eine Sisyphusarbeit gewesen, betonte der Vorsitzende Richter Markus Tittel. Durch die Geständnisse konnte das Verfahren verkürzt werden. Dies wurde bei der Strafhöhe berücksichtigt. Ebenso der lange zurückliegende Tatzeitraum von 2008 bis 2013, der die ursprünglich angeklagten und weitestgehend eingestellten 15 Fälle umfasste.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Strohleute wurden mit falschen Personalien ausgestattet, Unterlagen gefälscht und so die Auszahlung von Darlehen erwirkt. Die betrogene Frankfurter Bank habe es den Angeklagten „leicht“ gemacht, hieß es im Urteil. Der 64-Jährige sei „mit ganz erheblicher krimineller Energie vorgegangen“. Bei der Strafe fiel zudem ins Gewicht, dass der ehemalige Bankkaufmann nach einer Durchsuchung seines Wohnhauses mit Unterstützung der künftigen Schwiegermutter seines Sohnes eine weitere Tat begangen hat.

Die Belgierin, ein Stadthagener und die Lebensgefährtin des 58-Jährigen aus Bad Fallingbostel saßen zu Prozessbeginn ebenfalls auf der Anklagebank. Ihre Verfahren wurden abgetrennt und endeten mit kleinen Strafen beziehungsweise Verfahrenseinstellungen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Insbesondere bei den einzuziehenden Beträgen gab es Unterschiede in den Anträgen der Verteidiger. Sie waren der Auffassung, dass die Ansprüche verjährt sind.

wb

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