19-Jähriger auf dem Weg der Besserung

Nach schwerem Autobahn-Unfall: Jan dankt seinen Rettern

Fünf Leute vor Feuerwehr-Fahrzeug.
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Zu großem Dank verpflichtet: Jens, Nina, Jan und Lena Zuidema mit Florian Funk.

Der 19-jähriger Jan Zuidema war Anfang April in einen schweren Autobahn-Unfall verwickelt. Tagelang rangen Mediziner um sein Leben. Jetzt bedankte er sich bei den Rettern.

Bad Fallingbostel – Eine Arbeitskollegin war es, die sich beim Pressesprecher der Kreisfeuerwehr, Jens Führer, meldete, und nach den Kontaktdaten des Ortsbrandmeisters aus Bad Fallingbostel fragte. Hintergrund war die Tatsache, dass der Freund ihrer Tochter am 6. April auf der A 7 mit seinem Auto verunglückte und von den Kräften der Ortsfeuerwehr Bad Fallingbostel gerettet wurde. Dafür wollte sich der Verunglückte zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester einer Pressemitteilung der Feuerwehr zufolge bedanken.

Und so trafen sich vergangenen Sonnabend der Ortsbrandmeister Florian Funk mit den Eltern Jens und Nina Zuidema sowie dem 19-jährigen Jan und seiner Schwester Lena. Der Vater war früher selbst in Dorfmark in der Jugendfeuerwehr und ist froh, dass es die Freiwilligen Feuerwehren gibt, da diese Menschen in Not helfen, in diesem Fall seinem eigenen Sohn. Dieser ist aktuell weiter in Behandlung und macht deutlich, dass es trotz der Schwere seiner davongetragenen Verletzungen in dem Berufsgenossenschafts-Krankenhaus in Hamburg noch weitaus schlimmere Fälle gibt.

Auch wenn ich mehrere Tage in der Medizinischen Hochschule Hannover im künstlichen Koma lag, intensivmedizinisch betreut und beatmet wurde, nicht unerhebliche Verletzungen hatte – ich arbeite daran, zu 100 Prozent wieder hergestellt zu werden“, so der junge Mann. Alles was er jetzt am eigenen Leib erfährt, wird dem Sport- und Fitnesskaufmann in Ausbildung später zugutekommen, wenn er seinen Patienten bei der Rehabilitation hilft. Seine Mutter erwähnte noch, wie froh sie beim ersten Krankenbesuch war, da an ihrem Sohn noch „alles dran“ gewesen ist.

Durch Corona waren die Besuche deutlich eingeschränkt, der Vater konnte seinen Sprössling erst nach einem Monat wieder in die Arme schließen. Die Familie Zuidema ist dankbar für die reibungslose und effektive Hilfe, die geleistet wurde – nicht nur von der Feuerwehr, sondern auch vom Rettungsdienst, von der Hubschrauberbesatzung, den Ärzten sowie den Pflegekräften. „Wir dachten, das wäre selbstverständlich, dass sich Betroffenen bei den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren bedanken, die diesen Job ehrenamtlich machen“, so die Familie.

Der Ortsbrandmeister musste leider deutlich machten, dass dies eher die Ausnahme ist, er es aber sehr schön findet, Jan heute vor sich stehen zu sehen. „Das motiviert und zeigt, dass wir ein wichtiges Hobby haben“, so Funk.

Die Schwester erinnert sich mit Grausen an den Moment, an dem sie allein daheim war und die Polizei kam, um die Familie über den Unfall zu unterrichten. Wenn Familie Zuidema heute auf der Autobahn unterwegs ist, wundert sie sich, dass viele Verkehrsteilnehmer es nicht hinbekommen, eine ordentliche Rettungsgasse zu bilden. Dabei ist das so wichtig, weil die Helfer sonst nicht schnell zur Einsatzstelle kommen.

Einen anderen Aufruf hat die Familie noch an die Gaffer und Schaulustigen parat: Hört damit auf und wahrt die Persönlichkeitsrechte der Verunglückten. „Ich hätte es als schlimm empfunden, wenn mich jemand in dieser Situation fotografiert oder gefilmt hätte“, so das Unfallopfer.

Mutter Nina hatte zwischenzeitlich Kontakt zur Spedition des unverschuldet beteiligten Lastwagenfahrers aufgenommen, um sich nach dessen Befinden zu erkundigen und ihn zu informieren, dass es Jan so weit gut geht. „Mein erster Gedanke nach dem Koma war, ob ich jemanden geschädigt habe, zum Glück war das nicht der Fall, ich habe mit anderen Patienten geredet wie ein Wasserfall, um das Erlebte zu verarbeiten“, so Jan weiter.

Auch wenn solche Einsätze Routine sind, alle Handgriffe sitzen und jeder beim Einsatz seinen Job macht, hinterher kommen die Gedanken und dann hilft es, mit Kameraden und Kameradinnen oder auch Familienangehörigen darüber zu reden. „In schlimmen Fällen können wir auch Seelsorger oder Kriseninterventionsteam anfordern“, so der Feuerwehrmann aus Leidenschaft, Funk. Nur wenige Stunden nach dem Treffen rückten die Ehrenamtlichen in Bad Fallingbostel zu einem gemeldeten Gebäudebrand aus, glücklicherweise handelte es sich aber nur um angebranntes Essen.

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