Ursache wohl ein Funkenflug

Waldbrand an der A7: Situation entspannt - Brandwache am Einsatzort

Ein Waldbrand direkt an der A7 bei Schwarmstedt hat Mittwoch und Donnerstag zu einem Verkehrschaos geführt. Eine Wohnsiedlung wurde evakuiert. Am Freitag hat sich die Lage entspannt.

  • Waldbrand an der A7 bei Schwarmstedt führt zu Sperrungen und Evakuierung.
  • Autobahn 7 über Nacht in Richtung Hannover bis zum Nachmittag voll gesperrt.
  • Bewohner eines Wochenendegebietes mussten Häuser verlassen.

Update vom 14. August: Nach dem Großeinsatz der Feuerwehr bei einem Waldbrand direkt an der Autobahn 7 bei Essel im Heidekreis hat sich die Lage entspannt. Am Donnerstagabend waren noch Feuerwehr-Einsatzkräfte vor Ort, um letzte Glutnester zu löschen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Über Nacht war eine Brandwache geplant. Auslöser des Brandes war ersten Erkenntnissen zufolge ein Funkenschlag bei einem Lastwagen, wodurch die Böschung auf mehreren hundert Metern Länge Feuer fing.

Meldung vom 13. August: Alarmiert wurden die Brandbekämpfer zum Waldbrand an der A7 im Heidekreis bei Schwarmstedt um kurz nach 16 Uhr. Als die ersten Fahrzeuge auf der Autobahn 7 eintrafen, brannte der Seitenstreifen zwischen der Anschlussstelle Westenholz und der Rastanlage Allertal bereits auf einer Länge von über einem Kilometer. Die Flammen fraßen sich rasend schnell in einen angrenzenden Wald. Umgehend wurde Großalarm für zahlreiche Feuerwehren ausgelöst. Vor Ort waren so viele Kräfte wie möglich, ohne dabei den Brandschutz in der Region unmöglich zu machen.

Einsatzkräfte der Feuerwehr und Bewässerungsanlagen im Einsatz gegen den Waldbrand an der A7 bei Schwarmstedt.

Grund für das Feuer sei ein Funkenschlag bei einem Lastwagen gewesen, teilte die Feuerwehr mit. Die genaue Ursache war am Donnerstagmittag demnach noch nicht vollständig geklärt. Offenbar habe die Funken die Böschung an der Autobahn auf mehr als einem Kilometer in Brand gesetzt. Das Feuer habe sich dann auf den Wald und das Wochenendgebiet ausgebreitet. Der Brand habe sich auf 28 Hektar erstreckt.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte der Feuerwehr habe der Böschungsstreifen auf einer Länge von circa 1,4 Kilometern gebrannt. Starker Wind treibt das Feuer in ein nahegelegenes Waldstück, welches auf Grund der anhalten Trockenheit und der bestehenden Waldbrandstufe 4 sehr zügig in Brand gerät. Das Feuer breitet sich circa zweihundert Meter weit in den Wald aus, ehe es von der Feuerwehr gestoppt werden kann. Der Flugdienst des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen und ein Polizeihubschrauber liefern wertvolle Erkenntnisse über die Ausbreitung des Feuers aus der Luft.

Aufgrund der starken Qualmentwicklung musste die Autobahn 7 über eine Stunde in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt werden. Anschließend konnte die Fahrbahn in Richtung Hamburg wieder freigegeben werden. Die Fahrbahn in Richtung Hannover blieb fast die gesamte Nacht gesperrt. Lkw-Fahrer im Stau mussten in ihren Führerhäusern übernachten, auch einige Autofahrer traf dieser Umstand. Die meisten Autofahrer durften allerdings nach einigen Stunden als Geisterfahrer den Stau verlassen. Wartende wurden von den Einsatzkräften mit Getränken versorgt.

Waldbrand bei Schwarmstedt: Anwohner-Warnung vor Rauch

Da der Qualm in Richtung Schwarmstedt und der umliegenden Ortschaften zog wurde die Bevölkerung per Rundfunk und Katastrophen-Apps gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Siedlung „Am Arnoldsee“ traf es schlimmer. Die Bewohner wurden dazu aufgerufen ihre Häuser über Nacht zu verlassen. Zu schlimm war der Qualm. Rund 35 Anwohner wurden in speziell organisierten Unterkünften einquartiert.

Beim Brand an der A7 war es schwierig, Löschwasser an den Einsatzort zu bringen.

Vor allem die Versorgung mit Löschwasser machte den Feuerwehrleuten zu schaffen. „An den Autobahnen gibt es keine Hydranten. Wir haben deshalb einen Pendelverkehr eingerichtet“, sagt Feuerwehr-Pressesprecher Thomas Klamet. Sobald die Tanks der Einsatzwagen leer waren, steuerten die Fahrzeuge die Rastanlage Allertal an. Hier hatten Einsatzkräfte eine Zapfanlage für Wasser aufgebaut. Die Einfahrt zum Rastplatz wurde dadurch blockiert. Im weiteren Verlauf der Löscharbeiten wurde eine circa drei Kilometer lange Schlauchleitung zur Aller verlegt.

Löscharbeiten an der A7 eine stundenlange Sisyphusarbeit

Das Feuer zu löschen, wurde zu einer stundenlangen Sisyphusarbeit. Mit reichlich Löschwasser wurde der Waldboden getränkt und teils mit Forken und Feuerklatschen bearbeitet. Immer wieder loderten kleine Brandnester auf. Stinkender Qualm und Temperaturen um die 30 Grad erschwerte die Arbeit. Unterstützt wurden die Feuerwehrleute von Landwirten. Diese füllten ihre Güllefässer mit Wasser und spritzten dieses im hohen Bogen in das betroffene Waldgebiet. 

Am frühen Donnerstagmorgen waren die Flammen weitestgehend gelöscht und der Brand eingedämmt, hieß es. Allerdings sei der Boden trocken und Glutnester befänden sich darunter. Die Feuerwehr müsse deshalb den Boden aufbrechen und durchfeuchten. „Die Erde wird somit gekühlt und wir verhindern, dass morgen die Flammen wieder hochschlagen“, sagte ein Pressesprecher der Feuerwehr am Donnerstagmorgen. Ein genaues Ende der Löscharbeiten war auch am Mittag noch nicht abzusehen.

Die Autobahn 7 in Richtung Hannover und eine nahe Kreisstraße blieben die Nacht über und bis zum Donnerstagnachmittag gesperrt. Die Bewohner des betroffenen Wochenendgebietes durften erst am Morgen wieder in ihre Häuser. Gegen 9 Uhr meldete die Polizei am Donnerstag, die Evakuierung der Siedlung sei aufgehoben. Bewohner könnten ab sofort über den Bruchweg in ihre Häuser zurückkehren. Laut Angaben der Polizei waren bis Donnerstagmittag rund 240 Einsatzkräfte der Feuerwehr beim Waldbrand an der A7 im Einsatz. Weitere Kräfte sollten in der Folge die erschöpften Kollegen ersetzen, hieß es.

Ein Waldbrand an der A7 beschäftigte die Einsatzkräfte mehrerer Feuerwehren aus der Region am Donnerstagmittag bereits seit fast 24 Stunden.

Am Stauende auf der A7 in Höhe des Walsroder Dreiecks kam es laut einer Meldung der Polizei gegen 23.45 Uhr am Mittwoch zu einem schweren Verkehrsunfall. Der 40-jährige Fahrer eines Autos fuhr demnach auf das Wohnmobil eines 63 Jahre alten Mannes auf. Dabei habe sich der Unfallverursacher schwere Verletzungen zugezogen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

Waldbrandgefahr in Niedersachsen - vor allem in Wendland und in der Lüneburger Heide

Die anhaltende Trockenheit lässt in einigen Regionen Niedersachsens die Waldbrandgefahr steigen. Vor allem im Wendland und in der Lüneburger Heide sei das Risiko derzeit hoch, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit Blick auf den meteorologischen Waldbrandgefahrenindex.

Das Wendland und die Lüneburger Heide seien „klassische Waldbrandhochrisikogebiete“, sagte der Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten, Mathias Aßmann. Es habe in den vergangenen Wochen in Niedersachsen kleinere Waldbrände gegeben, die aber früh erkannt und schnell gelöscht worden seien. Zu Großbränden sei es bis Mittwoch nicht gekommen. (cb/dpa)

Rubriklistenbild: © Feuerwehr Heidekreis

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