Fall Simone Müller: Angeklagter Dirk K. ist nach sieben Monaten wieder auf freiem Fuß / Nicht dringend tatverdächtig

39-Jähriger aus der Untersuchungshaft entlassen

Aus der Haft entlassen: Dirk K. und sein Verteidiger Jörg H. Feldmann.

Walsrode - SCHWARMSTEDT / VERDEN (wb) · Der wegen der Tötung seiner Lebensgefährtin Simone Müller vor dem Landgericht Verden angeklagte Dirk K. aus Engehausen bei Schwarmstedt ist seit gestern wieder auf freiem Fuß. Nach fast sieben Monaten in Untersuchungshaft wurde der 39-Jährige gestern Mittag in die Freiheit entlassen.

Das Gericht sieht nach neun Verhandlungstagen keinen dringenden Tatverdacht mehr. Der Haftbefehl wurde aufgehoben.

Von seinem Verteidiger Jörg H. Feldmann wurde der Angeklagte am Ausgang der Justizvollzugsanstalt Verden abgeholt. Zwei Kartons und eine Reisetasche wurden in den Mercedes des Juristen verladen, dann fuhren sie davon. Nach Engehausen bei Schwarmstedt, wo Dirk K. bis zum Verschwinden von Simone Müller mit ihr lebte.

Ist die Entscheidung schon richtungsweisend für den Ausgang des Prozesses? „Nein“, sagte Feldmann. Man mache alles „Schritt für Schritt“, aber vielleicht könne man eine „Tendenz“ erkennen.

Dirk K. ist wegen Totschlags angeklagt. Er soll am 4. August 2007 seine damalige Lebensgefährtin, die in Hannover der Straßenprostitution nachging, mit Faustschlägen oder durch Würgen getötet haben. Zwei Jahre wurde nach der 29-Jährigen gesucht. Aber erst im Sommer 2009 fand man zufällig die skelettierte Leiche in Wunstorf. Zwei Monate später wurde ihr Lebensgefährte, der schon frühzeitig in Verdacht geraten war, festgenommen.

Die Mutter der Getöteten hatte in dem Prozess von körperlicher Gewalt gegenüber der Tochter und dem heute zwölfjährigen Enkelkind berichtet. Kurz vor ihrem Verschwinden habe Simone Müller den Entschluss gefasst, Dirk K. zu verlassen. Von diesen Plänen könnte er erfahren und dann die Tat begangen haben.

Doch es gibt nicht mehr als Indizien, Aussagen, Spuren, die dem Gericht offensichtlich nicht reichen. Nach vorläufiger Würdigung der bisher in dem Hauptverfahren erhobenen Beweise sei der Angeklagte nicht mehr dringend tatverdächtig, heißt es seitens des Landgerichts. Die für eine Untersuchungshaft erforderliche „große Wahrscheinlichkeit“, dass er der Täter ist, sei derzeit nicht mehr gegeben.

Am 28. April soll der Prozess fortgesetzt werden.

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