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Omikron-Variante: Ansteckung, Verlauf und warum sie gefährlicher als Delta ist

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Delta-Variante bringt Europas Kliniken an ihre Grenzen. Nun wurde die weitaus gefährlichere, sognenannte Omikron-Variante entdeckt. Warum sie so verheerend ist.

Hamburg – Die vierte Corona-Welle ist in vollem Gange, maßgeblich verantwortlich dafür ist die sogenannte Delta-Variante. Die erstmals in Indien festgestellte Mutation stellte zuerst in Großbritannien die vorherrschende Variante des Sars-CoV-2-Virus dar, seit dem Sommer ist sie auch in Deutschland für die Mehrheit der Corona-Neuinfektionen verantwortlich. Doch nun haben Wissenschaftler in Südafrika erstmals eine vermutlich noch aggressivere Ausbildung des Coronavirus entdeckt. Beobachter äußerten sich besorgt, erste Länder reagierten bereits.

Am Freitagnachmittag wurde bekannt, dass der Erreger erstmals in Europa nachgewiesen wurde: Belgien bestätigte einen ersten Fall der Südafrika-Variante. Zuerst trug die Variante noch den Namen B.1.1.529 - doch schon Freitag gab die Weltgesundheitsorganisation WHO ihr den Namen Omikron.

Name:Republik Südafrika
Unabhängigkeit:31. Mai 1961 (vom Vereinigten Königreich)
Fläche:1.221.037 km²
Einwohner:60.142.978 (2021, 19. Juni
Staatsoberhaupt:Cyril Ramaphosa (Präsident seit dem 15. Februar 2018)

Omikron: Warum die neue Coronavirus-Variante so gefährlich ist

Kennzeichnend für die neue Variante ist die hohe Anzahl an Mutationen, das heißt, die Häufigkeit, in der das Virus das eigene Erbgut geändert hat. Wissenschaftler sprechen bei der Omikron-Variante von mindestens zehn, manche gar von bis zu 30 Mutationen. Zum Vergleich: Die Delta-Variante hat zwei, die Beta-Variante drei Mutationen vorzuweisen.

Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla bezeichnete die Variante als „ernsthaft besorgniserregend“ und machte sie für den rasanten Anstieg der Neuinfektionen in den Städten Pretoria, Johannesburg und Ekuhurleni verantwortlich. Die Zahlen in Südafrika waren zuletzt exponentiell gestiegen, nach dem es zuerst Monate lang weniger Infektionen in dem südafrikanischen Land zu verzeichnen gab.

Mit rund 2,9 Millionen Corona-Infizierten und knapp 90.000 Toten ist Südafrika das von der Pandemie am stärksten betroffene afrikanische Land.

Corona Omikron: Schnellere Verbreitung befürchtet – Lauterbach „Nichts ist schlimmer“

Richard Lessels vom KRISP-Institut für Genomforschung sagte, dass es Anzeichen für eine schnellere Verbreitung der Variante gebe und diese möglicherweise auch das menschliche Immunsystem stärker strapaziere, als vorherige Mutanten. Das heißt, dass Menschen sich vermutlich schneller mit der Südafrika-Variante anstecken können und eine Infektion einen stärkeren Verlauf nach sich ziehen würde.

SPD-Gesundheitsexperte schrieb auf den sozialen Medien zur Südafrika-Variante

Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Südafrika-Variante: Deutschland schränkt Flugverkehr ein – auch andere Länder reagieren

Die Bundesregierung reagierte umgehend und wird mit Beginn der heutigen Nacht den Flugverkehr mit dem südafrikanischen Land einschränken*. Ab Mitternacht dürfen nur noch deutsche Staatsbürger aus Südafrika kommend nach Deutschland einreisen, für nicht deutsche Staatsbürger ist eine Einreise aus Südafrika über den Luftweg dann nicht mehr möglich.

Österreich, Italien und Tschechien und Großbritannien haben ebenfalls angekündigt, den Flugverkehr mit der Region einzuschränken, die auch Nachbarländer wie Botswana oder Lesotho umfasst. Die EU-Kommission bereitet eine entsprechende Empfehlung für die EU-Mitgliedsstaaten vor. Auch Israel verhängte für Nicht-Israelis aus mehreren Ländern der Region Einreisestopps. Israelische Staatsangehörige, die aus den betreffenden Ländern zurückkehren, müssen sich nun umgehend in 14-tägige-Quarantäne begeben.

Eine Krankenschwester behandelt einen Coronapatienten neben der Flagge von Südafrika und den Händen einer Ärztin, die eine Corona-Impfung vorbereitet
Corona: Experten sind besorgt wegen der neuen Südafrika-Variante. Sie soll noch ansteckender und gefährlicher sein. (24hamburg.de-Montage) © Marijan Murat/Jerome Delay/dpa/Marco Calore/imago

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Omikron-Variante: So viele bestätigte Fälle gibt es - das plant die WHO

Die Datenlage zur neuen Südafrika-Variante ist gegenwärtig noch dürftig. Das NICD-Institut für ansteckende Krankheiten in Südafrika teilte am Donnerstag mit, dass 22 Fälle der neuen Variante B.1.1.529 nachgewiesen worden seien. Mit mehr Fällen werde im Zuge der laufenden Genomanalysen gerechnet. „Obwohl die Datenlage noch beschränkt ist, machen unsere Experten mit allen Überwachungssystemen Überstunden, um die neue Variante und die damit möglicherweise verbundenen Implikationen zu verstehen“, teilte das Institut mit.

Ob die Omikron-Variante Auswirkungen auf den Impfschutz habe, müsse beispielsweise noch abschließend untersucht werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte, dass sie die Omikron-Variante „genau“ beobachte. Am Freitag beschloss die Organisation die Mutation als eine „besorgniserregende“ Variante ein zu stufen und gab ihr den offiziellen Namen. *24hamburg.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde nach Bekanntgabe des Namens der Variante um eben diesen Namen ergänzt. Entsprechende Stellen im Text wurden angepasst.

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