Hunte-Wasserverband befürchtet weitere Schäden am Hochwasserschutz-Deich des Dümmers

Zweiter Biberbau entdeckt

Vertreter des Hunte-Wasserverbands zeigten gestern Nachmittag den zweiten eingestürzten Biberbau am Westufer des Dümmers. Sie befürchten weitere Deich-Schäden.

Lembruch - (ej) · Der Biber hatte seine Schlafkammer mit Stroh gemütlich ausgepolstert. Doch dann stürzte die von ihm gegrabene Erdhöhle im Deich des Dümmers ein: Der Biberbau in der Nähe des Olgahafens/Dümmerlohausen am Westufer, das hier noch zu Lembruch gehört, wurde sichtbar. Diese jetzt aufgetauchte Biber-Behausung ist die zweite, die an der „Entlastungsschleuse West“ entdeckt wurde. Der Hunte-Wasserverband befürchtet weitere Schäden am Hochwasserschutz-Deich des Dümmers.

Wolfram van Lessen, Erster Kreisrat des Landkreises Diep holz und Verbandsvorsteher des Hunte-Wasserverbands: „Entgegen den Darstellungen der Biber-Befürworter stellt der Biber eine akute Gefährdung für ufernahe Deichabschnitte dar. Instandsetzung, laufende Überwachung und bauliche Schutzvorkehrungen zur Deichsicherung sind aus den jährlichen Beitragseinnahmen des Hunte-Wasserverbands von rund 60 000 Euro nicht zu finanzieren.“ Laut van Lessen würde die Absicherung der acht Dümmer-Wehranlagen unter anderem durch Spundwände und Gitter insgesamt etwa 250 000 Euro kosten. Eine drastische Erhöhung der Verbandsbeiträge könne er nicht ausschließen.

Problematisch sei, dass ein Biberbau im Deich wegen des Eingangs unterhalb der Wasseroberfläche kaum zu entdecken ist. „Bei Hochwasser ist ein Deichbruch vorprogrammiert“, sagte van Lessen gestern Nachmittag bei einem Ortstermin des Hunte-Wasserverbands.

Die Naturschutzbehörde müsse jetzt prüfen, ob der – naturschutzrechtlich streng geschützte – Biber wegen der wiederholten, gefährlichen Beschädigung des Deiches einzufangen sei. Zu berücksichtigen sei auch der Aspekt des Tierschutzes, da das Tier nicht in dem Erdbau im Deich bleiben könne und bislang noch keine andere Biberburg angelegt habe. Ihm fehle ein Schutz vor dem Frostwetter.

Die Naturschutzbehörde des Landkreises und der Hunte-Wasserverband lassen seit vier Wochen das gesamte Seeufer von Land- und Wasserseite auf Bibervorkommen untersuchen. Jan Kanzelmeier, stellvertretender Leiter des Fachdienstes Kreisentwicklung: „Bei Dümmerlohausen wurden der Biberbau und frische Fraßspuren festgestellt. Weitere Biberspuren befinden sich an der Mündung der Oberen Hunte in den Dümmer.“ Die Zahl der Tiere sei nicht bekannt. Für weitere Vorkommen gebe es keine Anhaltspunkte.

Franz Vogel, Geschäftsführer des Hunte-Wasserverbands, schließt nach den bisher festgestellten Spuren aus, dass die Deichschäden durch eine Nutria (Biberratte) verursacht worden sind: „Bei Dümmerlohausen gibt es nur Biberspuren. Lediglich im Bereich des Hunte-Einflusses sind eindeutige Spuren der Nutria im Schnee entdeckt worden.“ Dieses ursprünglich aus Südamerika stammende Nagetier sei ebenfalls für den Deich gefährlich. Es sei aber nicht geschützt und werde durch berechtigte Jäger bekämpft.

Das allein nicht überlebensfähige Biber-Jungtier am Südufer des Sees (wir berichteten) hat der Landkreis im Dezember einfangen lassen. Es befindet sich jetzt zur Überwinterung in der Wildtierstation in Sachsenhagen, teilte der Landkreis Diepholz mit.

Naturschützer – insbesondere die neu gegründete Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD) – machen sich für die Wiederansiedlung von Bibern am Dümmer stark. Biber waren in Niedersachsen seit 1856 ausgerottet. Woher die jetzt am Dümmer aufgetauchten Tiere kommen, ist unklar. Wahrscheinlich sind sie ausgesetzt worden.

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