Am Schulzentrum Diepholz in Schüler-Gruppe gefahren

18-Jähriger muss ins Gefängnis

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Diepholz - Von Gerhard Peinz. Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht muss ein 18-Jähriger ins Gefängnis: Das Jugendschöffengericht Diepholz verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten – unter Einbeziehung eines alten Urteils. Das Gericht befand ihn für schuldig, am 19. September 2014 mit einem VW Golf an einer Bushaltestelle am Schulzentrum in Diepholz mit einer Geschwindigkeit von 45 Stundenkilometern in eine Gruppe von Jugendlichen gefahren zu sein.

Wie berichtet, wurde eine 17-jährige Schülerin aus Diepholz nach dem Aufprall durch die Luft geschleudert. Sie erlitt ein Schädelhirntrauma und mehrere Knochenbrüche. Sie schwebte in Lebensgefahr und musste in ein künstliches Koma versetzt werden. Weitere sechs Schüler wurden ebenfalls verletzt und standen unter Schock.

Am ersten Prozesstag hatte der 18-jährige gestanden, in der elterlichen Wohnung heimlich den Autoschlüssel des Wagens an sich genommen zu haben, um anderen Schülern zu imponieren. Laut eigener Aussage hatte er beim Herumkurven auf dem Parkplatz das Gas mit dem Bremspedal verwechselt, die Gewalt über das Fahrzeug verloren und war in die Gruppe gefahren. Anschließend flüchtete er.

Gestern am zweiten Verhandlungstag wurden zwei weitere betroffene Schülerinnen gehört, die ebenso wie die anderen Zeugen zuvor von dem rasanten Start, den quietschenden Reifen und dem aufheulenden Motor berichteten.

Staatsanwältin Lüning hielt dem Angeklagten vor, dass er sich trotz seiner Vorstrafe von einem Jahr und vier Monaten während seiner laufenden Bewährungszeit über alle Regeln hinweggesetzt und die Straftaten im September begangen hätte. Der Angeklagte, der „nach wie vor in den Tag hineinlebe“, habe sich weder unmittelbar nach dem Unfall noch später wirklich der Sache gestellt.

Als Vertreter der Nebenklage ging Rechtsanwalt Gregor Prozesky auf die schweren Verletzungen ein, die seine 17-jährige Mandantin davongetragen hatte. Sie leide noch heute, und die Spätfolgen seien nicht absehbar. Sein Mandant sei zur Tatzeit gerade 18 Jahre alt geworden und solle noch nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden, plädierte sein Verteidiger, Rechtsanwalt Reiner Palma. Vor Verkündung des Urteils stand der Angeklagte auf, wandte sich an die 17-Jährige und entschuldigte sich bei ihr sowie den anderen.

In der Urteilsbegründung fasste der Vorsitzende Richter Matthias Wawrznik ausführlich den Hergang und die fatalen Unfallfolgen zusammen. „Sie wollten cool sein, der Parkplatz am Schulzentrum war die Bühne für Ihre Show. Sie haben schwere Schuld auf sich geladen und dadurch die schönste Phase im Leben einer jungen Frau zerstört“, hielt der Richter dem Angeklagten vor. Das jetzige Urteil nach dem Jugendstrafrecht sei erzieherisch geboten. Es ist verknüpft mit einer Führerschein-Sperrfrist von drei Jahren.

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