Gutachten über den Gallerieholländer

„Zustand erstaunlich gut“

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Mühlensachverständiger Rüdiger Hagen vermisst die Kappe der Windmühle in Labbus.

Sulingen - Die Restaurierung der Windmühle im Sulinger Ortsteil Labbus schreitet voran: „Es ist zwar im Moment davon nicht ganz viel zu sehen“, räumt Friedhelm Meyer, Vorsitzender des Vereins zur Förderung und Erhaltung der Windmühle Labbus, ein, „aber der Teufel steckt bekanntermaßen im Detail – oder, besser gesagt, in der Planung“.

Um das genaue Ausmaß der anstehenden Sanierungsarbeiten einschätzen und für eine sinnvolle und sensible Vorgehensweise sorgen zu können, habe man sich entschieden, als Basis für die Planung ein unabhängiges Gutachten über die Schäden an der 1851 erbauten Galerieholländer-Windmühle erstellen zu lassen.

Zu diesem Zweck habe der Verein den renommierten Müllerei- und Mühlenbautechniker Rüdiger Hagen aus Wedemark, Sachverständiger für historische Mühlen, beauftragt. Hagen begutachtete jetzt zusammen mit Mitgliedern der Restaurierungsausschüsse des Vereins die Mühle, untersuchte die Schäden. „Es handelt sich um die klassischen wetterbedingten Schäden, die bei einer Windmühle vorkommen“, stellte der Sachverständige fest. „Der Bauzustand der hölzernen Konstruktion der Mühle ist erstaunlich gut,“ erklärt Hagen, der die Windmühle „Paula“ in Steinhude betreibt und auch dort seine persönlichen Erfahrungen mit einer Mühlenrestaurierung gemacht hat. Die Windmühle in Labbus sei sehr massiv gebaut worden und viele der Bauteile – wie zum Beispiel das Hauptständerwerk, das hölzerne Kammrad und die Flügelwelle – stammen noch von 1851. Aus diesem Grund und auch, weil man hier die Entwicklung der Mühlentechnik sehr gut nachvollziehen kann, ist die Mühle in Labbus aus seiner Sicht als Baudenkmal besonders erhaltenswert.

Rüdiger Hagen macht sich nun an die Detailarbeit. Das Gutachten soll, neben der Geschichte der Mühle und der Beschreibung der Schäden und der notwendigen Sanierungsmaßnahmen, auch detaillierte Zeichnungen des alten Bauwerks beinhalten. Hagen liegt diese Aufgabe sehr, „er ist bekannt für seine exquisiten Mühlenbücher mit handgezeichneten und handkolorierten technischen Zeichnungen von historischen Wind- und Wassermühlen“, weiß Friedhelm Meyer.

Der Mühlenverein warte nun sehnsüchtig auf das Gutachten, das bis Ende des Jahres vorliegen soll: „Die Informationen im Gutachten werden Basis für unsere Leistungsbeschreibung“, erklärt der Vorsitzende, Grundlage dafür, Angebote von Mühlenbauern und Handwerkern für die notwendigen Arbeiten einzuholen. Auch als Vorlage für die Finanzierung der Sanierungsaktion, deren Volumen auf etwa 150 000 Euro geschätzt wird, werde das Gutachten unerlässlich sein. „Wir streben eine gründliche und fachkundige Sanierung unserer Windmühle an“, betont Meyer. „Wir nehmen das Projekt sehr ernst.“

http://www.labbusmuehle.de

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