Kinofilm-Casting

Zeitreise zurück in die 60er-Jahre

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Rangelei vor der Kamera – Jan Schäfer (l.) und Jonathan Scharringhausen geben alles, um den Regisseur von ihrem schauspielerischen Talent zu überzeugen. · Foto Staffhorst

Syke - Von Alena Staffhorst. Vier junge Männer sitzen an einem Tisch vor dem Bürgermeister-Büro im Syker Rathaus. Einige starren gedankenverloren auf ihre Hände, andere wippen nervös hin und her.

Aus dem Nebenraum dringen laute Stimmen. Erst ist ein anhaltendes Gelächter zu hören, dann scheint die Stimmung jedoch umzuschlagen. Die Stimmen werden lauter. Auf einen aggressiven Wortwechsel scheint sogar eine kleine Rangelei zu folgen. Was ist da los?

Die Antwort ist einfach: Hinter verschlossener Tür läuft ein Casting, bei dem sich Jan Schäfer und Jonathan Scharringhausen für einen Kinofilm bewerben. Der Film von Regisseur Marc Brummund soll von Mitte August bis Mitte Dezember in Freistatt gedreht werden – und 2015 in die Kinos kommen.

„Wir sind zur Zeit noch auf der Suche nach etwa 200 Jungen zwischen 15 und 20 Jahren, die Komparsen- und Laiendarsteller-Rollen übernehmen wollen“, sagt Maria Dost, die das Casting in Syke betreut. Sie gibt den jungen Männern Anmeldebögen, erklärt ihnen den Ablauf und schießt von jedem ein Foto – dann wird‘s ernst.

Bei ihrer Kollegin Sarah Runge müssen die Jungs zeigen, was sie auf dem Kasten haben – und das vor laufender Kamera. „Die Entscheidung trifft am Ende der Regisseur. Ich filme nur und gebe den Jungs ein paar Tipps“, sagt Runge. Die beiden Jungs bekommen verschiedene Aufgaben gestellt, die sie dann vor laufender Kamera bewältigen müssen.

„Ich glaub, es ist ganz gut gelaufen“, sagt der 15-jährige Jonathan Scharringhausen hinterher. Der Barrier hat sich spontan entschlossen, am Casting teilzunehmen. „Ich habe sowas vorher noch nie gemacht“, sagt er. „Aber es klang interessant, da dachte ich, ich probiere es einfach mal aus.“

Auch andere junge Männer zwischen 15 und 20 Jahren haben noch die Chance, bei dem Film dabei zu sein. „Wir bieten am 8. August von 15 bis 19 Uhr noch ein Casting hier im Rathaus an“, sagt Maria Dost. „Dann sind die Ferien vorbei und wir erreichen sicherlich mehr Schüler als jetzt.“

Der Film spielt in den 60er-Jahren in Freistatt, einem Fürsorgeheim für schwer Erziehbare. Dort muss der 14-jährige rebellische Wolfgang Zwangsarbeit im Moor leisten, lehnt sich gegen den sadistischen Oberbruder Wilde auf und kommt der Tochter des Hausvaters näher – was ihm noch mehr Probleme einbringt.

„Nun fehlen uns nur noch die 200 Zöglinge“, sagt Dost. „Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Jungen müssen nur offen sein und Lust auf etwas Neues haben.“

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